Fatih Altaylı fordert Cüneyt Özdemir zur Entschuldigung auf: „Wenn du es mit dir vereinbaren kannst...“
Fatih Altaylı hat auf die Äußerung von Cüneyt Özdemir reagiert, der den Akademiker Berk Esen als „fadenscheinigen Akademiker“ bezeichnet hatte.
12punto
In der Medienwelt steht diesmal eine Auseinandersetzung im Mittelpunkt, die durch Äußerungen des Journalisten Cüneyt Özdemir über den Akademiker Berk Esen ausgelöst wurde. Özdemir hatte Esen aufgrund dessen Kritik an einem Rahmenentwurf im Rahmen des sogenannten „terrorfreien Türkei“-Prozesses ins Visier genommen und ihn als „fadenscheinigen Akademiker“ bezeichnet.
Der Journalist Fatih Altaylı reagierte auf Özdemirs Worte und erklärte, dass Esens politische Ansichten und Einschätzungen zwar kritisiert werden könnten, es jedoch nicht korrekt sei, dessen akademische Identität anzugreifen.
Altaylı erinnerte daran, dass Berk Esen ein Akademiker an der Sabancı-Universität sei. Altaylı betonte, dass Esens Ideen im Rahmen politischer Debatten kritisiert werden könnten, fügte jedoch hinzu: „Ihn als fadenscheinig zu bezeichnen, steht uns absolut nicht zu.“
Altaylı forderte Özdemir dazu auf, seine Wortwahl zu überdenken. Er wandte sich direkt an Cüneyt Özdemir: „Mein lieber Cüneyt, schau dir das Gespräch noch einmal an. Wenn du es mit dir vereinbaren kannst, dann lass es so stehen. Wenn du es jedoch nicht mit dir vereinbaren kannst, dann entschuldige dich.“
Der entsprechende Abschnitt aus Fatih Altaylıs Artikel lautet wie folgt:
„Der Journalist Cüneyt Özdemir ist sehr wütend auf den Akademiker Berk Esen. So wütend, dass er völlig die Beherrschung verlor, über Berk Esen herzog und so weit ging, ihn als fadenscheinigen Akademiker zu bezeichnen.
Eigentlich hatte Berk Esen gar nichts gesagt, das eine solche Wut rechtfertigen würde.
Er dachte lediglich anders über das Rahmengesetz und hatte die Social-Media-Beiträge von Cüneyt Özdemir auf eine nicht allzu tiefgründige Weise kritisiert.
Cüneyt Özdemir hingegen ist aus irgendeinem Grund ausgerastet und hat losgelegt.
Ich kenne Berk Esen nicht persönlich, kenne ihn aber aus dem Fernsehen.
Cüneyt Özdemir kenne ich hingegen seit dem Tag, an dem er seine berufliche Laufbahn im Team von Mehmet Ali Birand begann. Er war zusammen mit Namen wie Can Dündar, Mithat Bereket und Deniz Arman in Birands Team, und ich habe ihn noch nie so wütend gesehen.
Deshalb möchte ich als ein Journalist, der selbst schon oft unter seinem Zorn gelitten hat, meinem Freund Cüneyt ein paar Dinge sagen.
Lieber Cüneyt, du bist übermäßig wütend auf Berk Esen.
Du nennst ihn einen fadenscheinigen Akademiker. Berk Esen mag tausend Seiten haben, die man kritisieren kann, und das darfst du auch, aber du hast nicht das Recht, ihn als fadenscheinigen Akademiker zu bezeichnen.
Wenn man in der Türkei eine Rangliste der fadenscheinigen Akademiker erstellen würde, käme Berk Esen nicht einmal unter die ersten 100.000, und er wäre nicht an einer Universität wie der Sabancı-Universität tätig. Außerdem diskutiert ihr mit Berk Esen nicht über ein akademisches Thema, sondern ihr behandelt eine politische Angelegenheit. Du kannst ihn kritisieren, seiner Meinung widersprechen oder behaupten, dass er falsch liegt. Du kannst sogar sagen, dass sein Ratschlag, in dieser Angelegenheit keine Tweets zu schreiben, falsch war und einem Akademiker, der die Meinungsfreiheit verteidigt, nicht gut zu Gesicht steht.
Aber Begriffe wie fadenscheinig sind in diesem Zusammenhang völlig unangebracht.
Ich kann die Art und Weise, wie Berk Esen seine politischen Ansichten äußert, ebenfalls kritisieren. Ich kann sagen, dass ich sie zu herablassend und zu verschlossen gegenüber anderen Meinungen finde, aber das hindert mich nicht daran zu sehen, dass einige seiner Prognosen richtig und seine Haltung mutig sind. Manchmal sehe ich, dass er wie ein Fußballkommentator spricht, aber das ist seine Entscheidung. Das geht uns nichts an. Trotz allem finde ich es wert, ihm zuzuhören. Manchmal gefällt es mir, manchmal nicht. Seine akademische Seite kenne ich nicht gut genug, um sie kritisieren zu können, daher steht es mir nicht zu. Dir übrigens auch nicht. Ihn als fadenscheinig zu bezeichnen, steht uns absolut nicht zu.
Deshalb, mein lieber Cüneyt, schau dir dein Gespräch noch einmal an.
Wenn du es mit dir vereinbaren kannst, dann lass es so stehen. Wenn du es jedoch nicht mit dir vereinbaren kannst, dann entschuldige dich.
Wenn du mir nicht glaubst, frag Zeynep.“