Kritik für Kılıçdaroğlu auch aus regierungsnahen Medien: 'Wenn du nicht einmal eine Fraktionssitzung abhalten kannst, wie kannst du dann Parteivorsitzender sein?'

Dass Kemal Kılıçdaroğlu, der per Gerichtsbeschluss auf den Stuhl des Parteivorsitzenden der CHP zurückgekehrt ist, keine Fraktionssitzung im Parlament abhalten kann, hat in politisch nahestehenden Medienkreisen neue Polemiken entfacht.

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Dass Kılıçdaroğlu keine Fraktionsrede in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) halten konnte, hat in der Öffentlichkeit für Diskussionen gesorgt. Insbesondere Journalisten auf Regierungslinie nahmen diese Entwicklung zum Anlass, die Unterstützung durch Abgeordnete und Fragen der Führung innerhalb der Partei auf die Tagesordnung zu setzen.

'FINDET ER KEINE 40 ABGEORDNETEN?'

Das Thema wurde in der Sendung „Medya Kritik“ auf TGRT diskutiert.

Cem Küçük, der in der Sendung sprach, verwies auf die für die Bildung einer neuen Fraktion in der CHP erforderliche Anzahl an Abgeordneten und erinnerte an die Behauptung, dass die Zahl der Kılıçdaroğlu unterstützenden Abgeordneten innerhalb der Partei zwischen 50 und 60 liege. Küçük äußerte sich wie folgt: „Sie sagten, mindestens 50-60 Abgeordnete unterstützen Kılıçdaroğlu. Er könnte eine geschlossene Fraktionssitzung mit 40 Personen abhalten. Findet er keine 40 Abgeordneten? Wenn er keine offene Sitzung abhalten kann, um keinen Eklat zu provozieren, dann soll er eben eine geschlossene Sitzung abhalten? Wenn du nicht einmal eine Fraktion zusammenbekommst, wie kannst du dann Parteivorsitzender sein?“

Der Ankara-Vertreter von TGRT, Fatih Atik, behauptete in der Sendung, dass Kılıçdaroğlu es vermeide, ins Parlament zu gehen, um eine mögliche Eskalation der Debatte zu verhindern. Atik behauptete zudem, dass Kılıçdaroğlu seine eigene Fraktion gründen und bei den Fraktionssitzungen im Parlament das Wort ergreifen könnte, falls die Abgeordneten, die den CHP-Vorsitzenden Özgür Özel unterstützen, aus der Parteifraktion austreten würden.