Warnung der RTÜK an Tagesprogramm-Formate: 'Missbrauchen Sie keine Opfer für Einschaltquoten'

Der Hohe Rat für Rundfunk und Fernsehen (RTÜK) und der Verein der Republikanischen Frauen (CKD) haben Medienorganisationen davor gewarnt, Gewalt gegen Frauen in Fernseh- und Radiosendungen als alltägliche Normalität darzustellen.

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Die RTÜK hat eine Warnung an Tagesprogramm-Formate ausgesprochen und betont, dass das Leid von Frauen in Sendungen nicht als Ausbeutungselement instrumentalisiert werden darf.

'MISSBRAUCHEN SIE KEINE OPFER FÜR EINSCHALTQUOTEN'

In einer Erklärung der RTÜK wurde bekannt gegeben, dass der Ergebnisbericht des „Workshops zur Verantwortung der Medien im Kampf gegen Gewalt an Frauen“, der in Zusammenarbeit mit dem Verein der Republikanischen Frauen (CKD) durchgeführt wurde, veröffentlicht wurde.

In dem Bericht wird ein Appell zur gesellschaftlichen Verantwortung an Fernsehsender und digitale Medien gerichtet, wobei insbesondere betont wird, dass das Leid von Frauen in Tagesprogrammen nicht für Einschaltquoten missbraucht werden darf.

In dem Bericht, in dem die Sendepolitik von Medienunternehmen überprüft wird, wurde darauf hingewiesen, dass kommerzielle Interessen und Einschaltquoten oft Vorrang vor dem öffentlichen Interesse haben. Es wurde festgestellt, dass die Normalisierung von Gewalt und die Ausnutzung von Frauenleid für Einschaltquoten in Tagesprogrammen weit verbreitet sind.

Während die schärfste Kritik im Bericht an Tagesprogrammen geübt wurde, wurde darauf hingewiesen, dass die tägliche Präsenz von Gewalt gegen Frauen – vom Vormittagsprogramm bis zu den Abendserien – einen Effekt ähnlich der „Broken-Windows-Theorie“ erzeuge und den Boden für die Wiederholung von Gewalt in der Gesellschaft bereite. Es wurde festgestellt, dass solche Sendungen eher eine provokative Sprache verwenden, anstatt Lösungen anzubieten, und das Vertrauen in öffentliche Institutionen schwächen.

FRAUENLEID FÜR EINSCHALTQUOTEN

Im Bericht wurde betont, dass der weibliche Körper und das erlittene Leid von den Medien zu Quotenzwecken kommerzialisiert werden.

Es wurde festgestellt, dass Programme, die unter dem Anspruch „Wir zeigen die Realität“ präsentiert werden, Gewalt gegen Frauen normalisieren und so deren Akzeptanz in der Gesellschaft fördern. Kritisiert wurde, dass Frauen im Fernsehen meist nur in Rollen als „Opfer“ oder „Täterinnen“ vorkommen, während „starke“, „produktive“ und „gesellschaftlich beitragende“ Frauenfiguren ignoriert werden.