Weitere Ermittlungen gegen das Magazin LeMan

Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen das Magazin LeMan aufgrund einer Karikatur um einen neuen Punkt erweitert. Nun wird untersucht, ob das Magazin finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten hat. Vier festgenommene Personen sollen heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

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Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft hat den Umfang ihrer Ermittlungen gegen das Magazin LeMan ausgeweitet. Zu dem Verfahren, das aufgrund einer Karikatur in der Ausgabe vom 26. Juni 2025 eingeleitet wurde, kam nun eine Untersuchung der finanziellen Struktur des Magazins hinzu. Die Staatsanwaltschaft hat eine zweite Akte angelegt, um zu prüfen, ob die Verantwortlichen des Magazins finanzielle Unterstützung aus dem In- oder insbesondere aus dem Ausland erhalten haben.

VIER FESTGENOMMENE PERSONEN HEUTE VOR GERICHT

Die vier Mitarbeiter von LeMan, die im Rahmen der am 30. Juni eingeleiteten ersten Ermittlungen festgenommen wurden, sollen heute dem Istanbuler Justizpalast vorgeführt werden. Es wurde bekannt, dass den Festgenommenen während ihrer Vernehmung auch Fragen zu ihren Finanzquellen gestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft nimmt neben der Zeichnung nun auch die wirtschaftlichen Aktivitäten des Magazins detailliert unter die Lupe.

„FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG WIRD UNTERSUCHT“

Die Media and Law Studies Association (MLSA) erklärte auf der Social-Media-Plattform X: „Es wird erwartet, dass die vier Personen, die gestern im Rahmen der Ermittlungen gegen das Magazin LeMan festgenommen wurden, heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft gab bekannt, dass im Zuge der wegen der Karikatur eingeleiteten Ermittlungen auch untersucht werde, ob das Unternehmen ‚finanzielle Unterstützung‘ aus in- und ausländischen Quellen erhalten habe.“

WAS WAR GESCHEHEN?

Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft hatte am 30. Juni mitgeteilt, dass eine Untersuchung wegen einer Zeichnung im Magazin LeMan eingeleitet wurde, die sich auf den Propheten Mohammed und den Propheten Moses bezog. 

Die Staatsanwaltschaft entschied, dass die betreffende Karikatur die religiösen Überzeugungen der Gesellschaft herabwürdige, und ordnete die Festnahme von sechs Personen an.

Zu den betroffenen Personen gehören der Urheber der Karikatur, zwei Chefredakteure des Magazins sowie der verantwortliche Redaktionsleiter. Während die Staatsanwaltschaft erklärte, die Öffentlichkeit über die Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, wurde das Magazin von einigen Kreisen in den digitalen Medien zur Zielscheibe gemacht.

Nachdem die Karikatur zum Ziel von Angriffen wurde, rief eine Gruppe zu einer Aktion vor dem Magazin auf. Die vor dem LeMan-Gebäude versammelte Gruppe bewarf die Tür mit Steinen, zwei Personen drangen durch den Haupteingang ein. Die Gruppe versammelte sich vor der Tür des Magazins und skandierte Parolen.

Kurz nach Beginn der Ermittlungen gab Innenminister Ali Yerlikaya über seinen Social-Media-Account bekannt, dass zwei Mitarbeiter des Magazins festgenommen wurden. Yerlikaya teilte zudem Aufnahmen von der Festnahme der Mitarbeiter. Auf den Bildern war zu sehen, wie die Mitarbeiter des Magazins von der Polizei unter hartem Einsatz abgeführt wurden. 

Der Zeichner D.P., der Grafiker C.O., der Redaktionsleiter Z.A. und der Geschäftsführer A.Y. wurden festgenommen. Der Inhaber und Chefredakteur des Magazins, T.A., sowie einer der Redaktionsleiter, A.Ö., sollen sich im Ausland aufhalten.

Nach der Razzia bei LeMan wurden die Festgenommenen zur Polizeidirektion Vatan gebracht. Der Vorwurf gegen die Mitarbeiter lautet „öffentliche Herabwürdigung religiöser Werte im Rahmen der Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit“. Unterdessen gab die Sicherheitsabteilung bekannt, dass die Haftdauer der festgenommenen LeMan-Mitarbeiter um einen Tag verlängert wurde.

Auch der Chefredakteur des Magazins LeMan, Tuncay Akgün, äußerte sich zu dem Thema. Gegenüber der in Frankreich ansässigen Nachrichtenagentur AFP erklärte Akgün, dass die betreffende Karikatur keine Propheten darstelle. Akgün sagte: „In diesem Werk wurde der Name eines Muslims, der bei den israelischen Bombenangriffen in Gaza getötet wurde, als Mohammed fiktionalisiert. In der islamischen Welt tragen mehr als 200 Millionen Menschen den Namen Mohammed. Diese Karikatur hat nichts mit dem Propheten Mohammed zu tun. Wir würden ein solches Risiko niemals eingehen.“