Sicherheit bei Staatsbank erschüttert: 8 Kilogramm Gold in Afyonkarahisar verschwunden

In Afyonkarahisar sind etwa 8 Kilogramm Gold, die eine in Belgien lebende türkische Familie seit 2014 angespart hatte, aus dem Schließfach einer staatlichen Bank verschwunden. Die Familie hat über ihren Anwalt Strafanzeige erstattet, was nun die Vertrauenswürdigkeit der Bank in Frage stellt. Die Ermittlungen dauern an.

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Der in Belgien lebende R.Ö. und seine Ehefrau Ü.Ö. begannen im Jahr 2014 damit, ihr angespartes Gold aus Sicherheitsgründen in einem Schließfach einer Filiale der staatlichen Bank in Bolvadin, Afyonkarahisar, aufzubewahren. Im Laufe der Zeit sammelte die Familie etwa 8 Kilogramm Gold an, das vollständig aus 22-karätigen Armreifen und Cumhuriyet-Goldmünzen bestand, für die jeweils Rechnungen vorlagen. Am 11. Oktober reiste R.Ö. nach Bolvadin und begab sich zur Bank, um eine geschäftliche Zahlung zu tätigen; dabei wollte er einen Teil des Goldes aus dem Schließfach entnehmen und verkaufen. Nachdem die erforderlichen Verfahren abgeschlossen waren, begab er sich in den Schließfachraum und öffnete sein Fach, musste jedoch feststellen, dass sein Gold nicht mehr vorhanden war.

ERMITTLUNGEN EINGELEITET

R.Ö. suchte daraufhin umgehend seinen Anwalt Samet Özaydın auf. Nachdem R.Ö. den Sachverhalt geschildert hatte, erstattete Özaydın im Namen seines Mandanten Strafanzeige bei der Polizei. Auf die Anzeige hin untersuchten Beamte der Spurensicherung die Bankfiliale. Während im Schließfach Fingerabdrücke von zahlreichen Personen, einschließlich der Familienmitglieder, gefunden wurden, leitete die Staatsanwaltschaft eine umfassende Untersuchung ein.

'AUS SICHERHEITSGRÜNDEN IM SCHLIESSFACH AUFBEWAHRT'

Der Anwalt der Familie, Samet Özaydın, erklärte, er habe zunächst nicht glauben können, was sein Mandant ihm berichtete, habe dann aber sofort die notwendigen rechtlichen Schritte eingeleitet.

Özaydın sagte: "Mein Mandant und seine Ehefrau nutzen seit 2014 gemeinsam ein Schließfach. Dieses Fach gehört einer sehr bekannten staatlichen Bank. Mein Mandant verfügt bei der Bank über Goldguthaben. Es handelt sich um Gold, das er für die Zukunft seiner Kinder und für sich selbst angespart hat. Das Gewicht des Goldes beläuft sich auf etwa 7 bis 8 Kilogramm. Der aktuelle Wert liegt zwischen 21 und 25 Millionen TL, und das gesamte Gold ist durch Rechnungen belegt. Es wurde bei renommierten Juwelieren im In- und Ausland erworben. Mein Mandant bewahrte das gesamte Gold seit etwa 10 Jahren aus Sicherheitsgründen in diesem Schließfach auf. In diesem Zeitraum hat mein Mandant nie Gold aus dem Fach entnommen, bis zum 11. Oktober."

'VERSCHIEDENE FINGERABDRÜCKE VORHANDEN'

Özaydın schilderte weiter, dass das Schließfach bei der Öffnung vollkommen leer gewesen sei:

"An jenem Tag beantragte mein Mandant die Öffnung des Schließfachs, doch als es geöffnet wurde, war es komplett leer. Mein Mandant war schockiert und meldete den Vorfall den Bankverantwortlichen, doch von Seiten der Filiale wurden keine Maßnahmen ergriffen. Daraufhin kontaktierte mich mein Mandant, und wir begaben uns zur Filiale, wo wir tatsächlich feststellten, dass das Schließfach leer war; es befand sich kein Gold darin. Obwohl ich die Filialleitung auf den Vorfall hinwies, wurde dies in keiner Weise protokolliert. Wir mussten daher gemeinsam mit unseren Mandanten bei der Polizei Anzeige erstatten, woraufhin die Staatsanwaltschaft eine detaillierte Untersuchung einleitete. Im Schließfach wurden verschiedene Fingerabdrücke gefunden; zudem haben wir erfahren, dass das Schloss des Fachs in der Vergangenheit von einem Schlüsseldienst bearbeitet wurde. Alle Mitarbeiter und Personen, die Zugang zu den Schließfächern hatten, werden nun überprüft. Die Ermittlungen dauern an, und wir werden den strafrechtlichen und rechtlichen Prozess in dieser Angelegenheit konsequent verfolgen."

'DIE VERTRAUENSWÜRDIGKEIT IST EIN ECHTES PROBLEM'

Özaydın betonte, dass Menschen sich an Banken wenden, weil sie diese für sicher halten, doch dieser Vorfall stelle die Vertrauenswürdigkeit grundlegend in Frage.

Er unterstrich, dass sie schockiert seien, dass ein solcher Vorfall bei einer staatlichen Bank geschehen konnte: "Dies ist eine staatliche Bank, die Menschen vertrauen ihr und legen ihr gesamtes Erspartes hier an. Sie wenden sich an diese Bank, um ihre Zukunft abzusichern. Wenn das Ergebnis jedoch so aussieht, dann ist die Vertrauenswürdigkeit definitiv ein Problem. Zumal es sich um eine staatliche Bank handelt", sagte er.