Türk-İş-Mitglieder kritisieren Aktionsplan: 'Mit Scheinmaßnahmen ist es nicht getan'

Vor den von Türk-İş in 81 Provinzen geplanten Pressekonferenzen regt sich Widerstand unter den Arbeitnehmern. Die Arbeiter betonen, dass die Gewerkschaftsführung realistische Schritte unternehmen müsse, und kritisieren: 'Sie treffen Scheinentscheidungen, um den Unmut zu dämpfen.'

12punto

Türk-İş-Mitglieder, die den der Gewerkschaft angeschlossenen Verbänden angehören, haben vor den geplanten Pressekonferenzen in 81 Provinzen, die sich gegen Steuerungerechtigkeit, hohe Inflation und Arbeitslosigkeit richten, ihren Unmut geäußert.

Arbeiter in Fabriken und Betrieben, die zusätzliche Lohnerhöhungen fordern, haben ihre Gewerkschaftszweigstellen und die Zentrale dazu gedrängt, im Sinne dieser Forderungen aktiv zu werden. Der von Türk-İş angekündigte Aktionsplan hat die Arbeiter jedoch nicht überzeugt.

Die Arbeiter gaben an, von diesem Aktionsplan lediglich per Nachricht erfahren zu haben. Sie behaupten, dass die Gewerkschaftsfunktionäre die Betriebe nicht besuchen würden und die getroffenen Entscheidungen lediglich "Scheinmaßnahmen" seien, um den Protest zu beruhigen.

Laut einem Bericht in Evrensel ist die große Mehrheit der Türk-İş-Mitglieder aus verschiedenen Branchen vor den geplanten Pressekonferenzen in 81 Provinzen nicht über diese Aktionen informiert. Die Arbeiter, die angaben, von Zeit und Ort der Aktionen über soziale Medien oder Nachrichtengruppen erfahren zu haben, beklagen, dass die Gewerkschafter Fabrikbesuche vergessen hätten. Die Arbeiter betonten, dass Forderungen nur durch Aktionen, die die Produktion beeinflussen, durchgesetzt werden könnten und dass solche Aktionen gemeinsam mit den Arbeitern organisiert werden müssten.

Ein Mitglied der Harb-İş erklärte: "Aktionen für diese Forderungen müssen in den Betrieben stattfinden, die Macht aus der Produktion muss genutzt werden; man sollte sich nicht mit einfachen Aktionen zufriedengeben, sondern mehr Lärm machen. Dafür müssen wir die Initiative ergreifen", und plädierte für wirksamere Aktionen an den Arbeitsplätzen.

Andererseits wiesen die Arbeiter darauf hin, dass eine frühere Social-Media-Aktion erst 15 Minuten vorher angekündigt worden sei, was eine Teilnahme unmöglich gemacht habe, und dass die Gewerkschafter in diesem Prozess die Betriebe nicht besucht hätten. Die Arbeiter äußerten, dass die von Türk-İş getroffenen Entscheidungen nicht mit Gewerkschaftern umgesetzt werden könnten, die sich nicht in den Betrieben blicken ließen.