Versetzungspunktzahl für Türkisch auf 70 angehoben: Bildungsministerium erklärt die Gründe
Prof. Dr. Zarife Seçer, Generaldirektorin für Grundbildung im Ministerium für Nationale Bildung (MEB), äußerte sich zu der in der Verordnung über vorschulische Bildung und Grundschulen verankerten Änderung, wonach die Versetzungspunktzahl in der Mittelschule von bisher 45 auf 70 für das Fach Türkisch und auf 50 für andere Fächer angehoben wurde.
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Prof. Dr. Zarife Seçer, Generaldirektorin für Grundbildung im Ministerium für Nationale Bildung (MEB), bewertete die in der Öffentlichkeit diskutierte Anhebung der Versetzungspunktzahl für das Fach Türkisch auf 70.
4 SPRACHFERTIGKEITEN WERDEN GEFÖRDERT
In diesem Zusammenhang erklärte Seçer, dass man in Grundschulen ein prozessorientiertes statt prüfungsorientiertes Bewertungssystem eingeführt habe. Durch die Abschaffung von Prüfungen mit Multiple-Choice-Fragen würden die vier Sprachfertigkeiten – Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben – gefördert, und auch die Prüfungen in der Mittelschule seien entsprechend gestaltet worden. Zudem betonte sie, dass der Lehrplan im Rahmen der Bedürfnisse aktualisiert wurde.
Seçer teilte mit, dass alle getroffenen Entscheidungen in Zusammenarbeit mit Akademikern, Experten, Lehrkräften aus der Praxis und anderen Interessengruppen umgesetzt wurden.
"DIE TÜRKISCH-ENTSCHEIDUNG IST EINE NOTWENDIGKEIT"
Seçer wies darauf hin, dass sie Untersuchungen zur Messung der Sprachfertigkeiten von Kindern in Grund- und Mittelschulen durchgeführt haben, und gab folgende Informationen bekannt:
"Während der COVID-19-Pandemie hat die Digitalisierung, wie in allen Ländern der Welt, auch in der Türkei stark an Fahrt gewonnen. Dies hat dazu geführt, dass unsere Schüler schon in jungen Jahren deutlich mehr Zeit mit Technologie verbringen. Die Unterstützung, die Familien in diesem Prozess zur Entwicklung der Sprachfertigkeiten ihrer Kinder leisten konnten, war leider begrenzt. Wir haben insbesondere die Auswirkungen des Fernunterrichts auf unsere Schüler gemessen. Wir haben das Thema unter Verwendung sehr umfassender Forschungsmethoden beleuchtet.
Wir haben die Daten der Schüler zum Fach Türkisch aus den letzten 5 Jahren unter Einbeziehung der Ansichten von Führungskräften und Lehrkräften aus der Praxis analysiert. Unsere Forschungsergebnisse, die sehr aussagekräftige Daten lieferten, zeigten, dass die Maßnahmen, die wir für das Fach Türkisch ergriffen haben, eine Notwendigkeit und ein Erfordernis sind. Türkischunterricht wird von nun an eines der Themen sein, auf das wir den größten Wert legen."
ZIEL: LERNVERLUSTE MINIMIEREN
Seçer betonte, dass Untersuchungen zeigen, dass Schüler mit hoher Ausdrucksfähigkeit in der türkischen Sprache auch in anderen Fächern höhere Erfolge erzielen. "Das Erfolgsniveau, das wir für Türkisch anstreben, ist keine willkürliche Entscheidung. Unser Ziel in dieser Angelegenheit ist es, Lernverluste, die sich später auf das Bildungsleben unserer Schüler auswirken, auf ein Minimum zu reduzieren.", sagte sie.
"DIE MAGISCHEN JAHRE IM SPRACHUNTERRICHT"
Zarife Seçer gab auch Informationen zu weiteren Arbeiten im Bereich der türkischen Sprachfertigkeiten und teilte mit, dass sie das Projekt zum türkischen Wortschatz durchführen, um die Sprachfertigkeiten von Kindern in der Altersgruppe von 3 bis 6 Jahren zu fördern.
Sie erklärte, dass sie gemeinsam mit einer Gruppe von Akademikern den Wortschatz von Kindern dieser Altersgruppe untersuchen: "Wir haben zum ersten Mal eine Untersuchung zu Sprachfertigkeiten in dieser Altersgruppe begonnen. Die 'magischen Jahre' im Sprachunterricht sind die Vorschulzeit. Da wir Kinder ab einem Alter von 36 Monaten in vorschulische Bildungseinrichtungen aufnehmen, untersuchen wir die Altersspanne von 3 bis 6 Jahren. Wir gehen davon aus, dass die falsche Nutzung von Technologie auch in dieser Altersgruppe negative Auswirkungen hat.", äußerte sie.
Seçer fügte hinzu, dass sie auch Arbeiten zur Aktualisierung der Lehrpläne auf allen Stufen durchführen und die Programme gemäß den Ergebnissen dieser Untersuchungen aktualisieren werden.