1. Mai 2026: Wachsende Wirtschaft, schwindende Arbeitnehmer! Das wahre Bild der Türkei

Der 1. Mai in der Türkei wird von Wirtschaftsdaten und tödlichen Arbeitsunfällen überschattet. Während der Anteil der Arbeitnehmer am Volkseinkommen sinkt, bleibt der Mindestlohn unter der Armutsgrenze und die gewerkschaftliche Organisationsrate stagniert auf niedrigem Niveau.

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1. Mai 2026. Der Tag der Arbeit und der Solidarität.

Doch gibt es für die Arbeitnehmer überhaupt einen Grund zu feiern?

Werfen wir an diesem Tag der Arbeit einen kurzen Blick auf die Situation der Werktätigen in der Türkei.

Im Jahr 2002 lag der Anteil der Arbeitnehmer am Volkseinkommen bei 40 %.

Heute liegt er bei etwa 35 %.

Weltweit schwankt der Anteil der Arbeit am Einkommen zwischen 52 und 54 %.

Betrachtet man die Zahlen des TÜİK, wächst die Wirtschaft zwar, doch der Anteil der Arbeiter schrumpft weiter.

Das bedeutet, der Reichtum des Landes fließt in das Kapital.

Im Jahr 2002 war die Hälfte der Erwerbstätigen lohnabhängig beschäftigt.

Heute sind es über 70 %.

Immer mehr Menschen leben von einem Gehalt…

doch der Wert dieser Gehälter sinkt.

Die Türkei ist zu einem Land der Mindestlohnempfänger geworden.

Der niedrigste Mindestlohn liegt bei 28 Tausend Lira.

Die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie liegt jedoch bei 34 Tausend Lira.

Die Gesellschaft wird unter der Inflation erdrückt.

Die Differenz landet wiederum in den Taschen der Reichen.

Die gewerkschaftliche Organisationsrate liegt im Jahr 2026 bei etwa 15 %.

Die Organisierung der Arbeiter wird behindert.

Die Arbeiterschaft arbeitet härter.

Sie erhält einen geringeren Anteil.

Und sie wird zudem in den Tod getrieben.

Im Jahr 2025 wurden 2105 Arbeiter in den Tod getrieben.

Täglich verlieren 6 Arbeiter ihr Leben.

In den ersten 3 Monaten dieses Jahres wurden 432 Arbeiter aus dem Leben gerissen.

Das ist das Bild.

Heute ist der 1. Mai 2026…

Istanbul ist wieder abgeriegelt, die Plätze sind erneut gesperrt…

 

Redaktion: Sercan Meriç