23 Jahre AKP-Tradition: Das System der garantierten Gewinne

Der Elektroingenieur und CHP-Provinzvorsitzende von Samsun, Mehmet Özdağ, schreibt: 23 Jahre AKP-Tradition: Das System der garantierten Gewinne

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Mehmet ÖZDAĞ 

Elektroingenieur - CHP-Provinzvorsitzender von Samsun @mozdag55

NICHT DIE RECHNUNG, SONDERN DIE VERTEILUNGSGEBÜHR IST RAUB!

Während die Energiekosten in der niedrigen Verbrauchsstufe stabil blieben, sind die Verteilungsgebühren in den letzten 5 Jahren um 880 Prozent gestiegen. Heute fließen 75 Prozent der Stromrechnung in der niedrigen Stufe direkt an die Verteilungsunternehmen.

Die jüngste Strompreiserhöhung von 25 Prozent für Haushalte ist nicht nur eine Belastung für die Haushaltskassen, sondern auch ein Vorbote einer neuen Teuerungswelle, die in der kommenden Zeit alle Waren- und Dienstleistungspreise beeinflussen wird. Betrachtet man jedoch die Quelle dieses Anstiegs, so zeigt sich, dass nicht die Produktionskosten – wie in der Öffentlichkeit häufig angenommen – ausschlaggebend sind, sondern direkt der Anstieg der Verteilungsgebühren.

Laut der jüngsten Tarifregelung im Amtsblatt wurden die Energiekosten für Haushaltskunden in der niedrigen Stufe – also Haushalte, die täglich nicht mehr als 8 kWh verbrauchen – nicht erhöht, während die Verteilungsgebühr jedoch um 32 Prozent angehoben wurde. Zusammen mit Steuern und Abgaben erreicht die Auswirkung dieses Anstiegs auf die Gesamtrechnung 25 Prozent.

Tabelle: Veränderung der Verteilungsgebühr bei 100 kWh Verbrauch

Seit April 2026 zahlt ein Haushaltskunde in der niedrigen Stufe für einen Verbrauch von 100 kWh insgesamt 323,8 TL. Von diesem Betrag entfallen lediglich 49,4 TL auf die Energiekosten. Mit anderen Worten: Nur 15 Prozent der Rechnung spiegeln den tatsächlichen Verbrauch wider, während 75 Prozent an die Verteilungsunternehmen und die restlichen 10 Prozent über Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand fließen.

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WIE KANN EINE SERVICEGEBÜHR 5-MAL SO HOCH SEIN?

Das Bild, das sich heute bietet, ist äußerst frappierend: Während für 1 kWh Strom etwa 49 Kuruş Energiekosten gezahlt werden, werden für die Verteilung desselben Stroms etwa das Fünffache, also 2,4 TL, erhoben.

Dies ist weder mit Marktlogik noch mit dem Prinzip des öffentlichen Nutzens zu erklären. Es liegt eine klare Entscheidung vor:

Der Schutz der Verteilungsunternehmen anstelle der Bürger.

Die offizielle Erklärung der Energiemarktaufsichtsbehörde (EPDK) vom 3. April 2026 verschleiert diese Tatsache. Die Behörde begründete die Erhöhung damit, dass „die Produktions- und Verteilungskosten gestiegen seien“. Doch die Energiekosten in der niedrigen Stufe haben sich nicht geändert; die gesamte Erhöhung wurde auf die Verteilungsgebühr aufgeschlagen. Wenn die Produktionskosten nicht gestiegen sind, soll die EPDK den Posten offenlegen, der die Verteilungsgebühr um 32 Prozent beeinflusst.

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DIESES SYSTEM ÄNDERT SICH NICHT VON ALLEIN!

Betrachtet man die 23-jährige Regierungszeit der AKP, so ist die auffälligste Wahrheit diese: Dieses System ändert sich nicht von allein. Die Last der Rechnungen kann nur durch organisierten Druck der Bevölkerung zum Einlenken gebracht werden – das haben wir selbst erlebt.

Im Januar 2022 erweckte die AKP-Regierung den Anschein einer Senkung, indem sie den TRT-Anteil, der bei einer 100-TL-Rechnung lediglich 1 TL entsprach, strich. Gleichzeitig wurde jedoch das gestaffelte Tarifsystem eingeführt und drastische Strompreiserhöhungen zwischen 50 und 127 Prozent vorgenommen. Die niedrige Stufe für Haushalte wurde um 49,6 Prozent, die hohe Stufe für Haushalte um 125 Prozent und für Gewerbebetriebe um 127 Prozent erhöht.

Die Bevölkerung blieb gegenüber dieser Rücksichtslosigkeit nicht stumm. Von Norden nach Süden, von Osten nach Westen gingen Gewerbetreibende auf die Straße, die Zivilgesellschaft organisierte Versammlungen vor dem Energieministerium, die CHP brachte das Thema vor Gericht. Was war das Ergebnis? Die Regierung musste im ersten Quartal 2022 dreimal einen Rückzieher machen: Die Stufengrenze, die im Januar bei 5 kWh lag, wurde im Februar auf 7 und im März auf 8 kWh angehoben. 81 Prozent der Haushaltskunden wurden in diesem Prozess in den Niedrigpreistarif überführt; Gewerbekunden wurden in den Geltungsbereich aufgenommen; die Mehrwertsteuer wurde von 18 auf 8 Prozent gesenkt.

Kurz gesagt: Der Wille des Volkes hat durch den Protest auf der Straße die rücksichtslosen Preiserhöhungen und die Stufenregelung zum Einlenken gezwungen. 

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SENKEN SIE DIE VERTEILUNGSGEBÜHREN!

Bei einer grundlegenden Dienstleistung wie Energie besteht die Hauptaufgabe des Staates nicht darin, Kostensteigerungen direkt auf die Bürger abzuwälzen, sondern diese Last mit öffentlichen Mitteln auszugleichen.

Der schnellste Schritt, der unternommen werden muss, ist klar: Die Verteilungsgebühren müssen sofort gesenkt werden.

Indirekte Subventionen für private Verteilungsunternehmen müssen beendet werden.

Energie sollte nicht als Gewinnquelle, sondern als grundlegendes Menschenrecht behandelt werden.

Die Senkung der Verteilungsgebühren wird nicht nur die Haushalte entlasten, sondern auch eines der stärksten Bollwerke gegen die Inflationsspirale darstellen.