Antwort von Cem Gürdeniz an Murat Bardakçı zum Thema „Landungsschiffe“
Der pensionierte Vizeadmiral Cem Gürdeniz reagierte via Twitter auf die Aussage des Historikers Murat Bardakçı, die Türkei habe bis in die 2000er Jahre keine Landungsschiffe besessen.
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Der Journalist Fatih Altaylı empfing den Historiker Murat Bardakçı als Gast in seiner auf YouTube ausgestrahlten Sendung „Teke Tek Bilim“. Während der Sendung kam es zu einer Kontroverse über das Thema „Landungsschiffe“. Auf Bardakçıs Äußerung, die Türkei habe bis in die 2000er Jahre keine Landungsschiffe gehabt, reagierte der pensionierte Vizeadmiral Cem Gürdeniz über die sozialen Medien.
Bardakçı, der an der Sendung „Teke Tek“ teilnahm, behauptete, die Türkei habe bis in die 2000er Jahre keine Landungsschiffe besessen. Zudem argumentierte er, die türkische Armee habe keine Landung auf Zypern durchführen können, da sie über keine Landungsschiffe verfügt habe. Bardakçıs Worte lösten auch in den sozialen Medien heftige Diskussionen aus. Bardakçı sagte dazu:
„Nicht alles ist schlecht. Die Türkei ist derzeit in über 30 Ländern militärisch präsent, das ist eine wichtige Sache. Demirel hatte es mir erzählt, ich habe es persönlich von Demirel gehört. Ich fragte, warum wir nicht auf Zypern landen konnten, und er sagte: ‚Wir hatten damals keine Landungsschiffe, das ist alles.‘ Als Şükrü Kaya Innenminister war, also Atatürks Innenminister, startete er ein Insel-Programm. Sie ließen Schiffe bauen, doch das Projekt wurde behindert und gestoppt. Jahre später, etwa 30 Jahre danach, wollte Süleyman Demirel Landungsschiffe, konnte sie aber nicht bauen. Noch Anfang der 2000er Jahre, in der alten Türkei, nach der du dich so sehnst, verkauften sie den Soldaten nicht einmal Aluminium, geschweige denn, dass sie Schiffe bauen konnten. Die alte Türkei – idealisiere die alte Türkei nicht.“
Der pensionierte Vizeadmiral Cem Gürdeniz widersprach Bardakçı in seiner Antwort auf seinem Social-Media-Account. Er erklärte, dass die Marineinfanterie bei der Landung am 20. Juli 1974 mit einheimischen Landungsschiffen in Kyrenia (Girne) an Land gegangen sei. Gürdeniz schrieb dazu:
„Erinnern wir die populären Geschichtsinteressierten, die unsere Marinegeschichte nicht kennen: Unsere Landungsflotte besteht aus zwei Elementen: Marineinfanterie und Landungsschiffe. Die ‚Blutige Weihnacht‘ von 1963 war der Weckruf für die Gründung der Landungsflotte der Republikanischen Marine.
Der Johnson-Brief vom 5. Juni 1964 beschleunigte den Bedarf an amphibischen Kräften. Trotz der NATO wurde das östliche Mittelmeer zum neuen Schwerpunkt der Marine. Die Seestreitkräfte begannen mit der Aufstellung von Marineinfanterie-Einheiten und bildeten in Gölcük den Kern des ersten amphibischen Bataillons. Andererseits rief die Zeitung ‚Cumhuriyet‘ in ihrer Ausgabe vom 2. Mai 1965 auf der ersten Seite die Bevölkerung mit der Kampagne ‚Das Volk baut‘ dazu auf, für die Marine zu spenden.
Die Spenden wuchsen lawinenartig an, auch aus dem Schmerz darüber heraus, dass die Marine auf Zypern nichts tun konnte, um unsere Landsleute zu retten, damit neue Landungsschiffe gebaut werden konnten. Angesichts dieses großartigen Interesses und der Unterstützung durch die Bevölkerung wurde am 11. Mai 1965 unter der Führung des Marinebefehlshabers Admiral Necdet Uran die ‚Türkische Marinegesellschaft‘ gegründet. Die Gesellschaft startete mit den Spenden der Bevölkerung Bauprojekte für verschiedene Landungsschiffe (LCM, LCT und LCU) in den Werften von Taşkızak und Gölcük.
Zwischen 1964 und 1965 wurden 16 Landungsschiffe der Ç-201-Klasse (LCU) und 20 Landungsschiffe der Ç-301-Klasse (LCM) in den Werften von Gölcük und Taşkızak gebaut. Diese Schiffe, die vollständig mit nationalen Mitteln hergestellt wurden, landeten am Mittag des 20. Juli 1974 gepanzerte Einheiten in Kyrenia und sicherten den Brückenkopf. Ohne diese Schiffe und unser amphibisches Regiment hätten die Panzer und gepanzerten Fahrzeuge sowie die Marineinfanterie-Bataillone nicht an Land gebracht werden können. Ich grüße alle, die dazu beigetragen haben. Ich verneige mich respektvoll vor ihrem ehrenvollen Andenken.“