Bektaschi-Staat in Europa geplant
Der albanische Premierminister Edi Rama hat angekündigt, dass in der Hauptstadt Tirana ein Staat für den Bektaschi-Orden nach dem Vorbild des Vatikans gegründet werden soll, um den interreligiösen Dialog zu fördern. Es wird keine Steuern, Polizei oder Armee geben.
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Der albanische Premierminister Edi Rama gab gestern bekannt, dass in der Hauptstadt Tirana ein „souveräner Staat nach dem Vorbild des Vatikans“ für den Bektaschi-Orden gegründet werden soll. Dieser Staat soll ins Leben gerufen werden, um die interreligiöse Toleranz zu fördern.
EINE STRUKTUR NACH DEM VORBILD DES VATIKANS
Anlässlich des 95. Jahrestages der Verlegung des heiligen Sitzes des Bektaschi-Ordens nach Albanien erklärte Rama: „Es ist ein dringender Aufruf, dem heiligen Sitz des Bektaschi-Weltzentrums einen Status zu verleihen, der dem des Vatikans ähnelt.“
EIN SPIRITUELLER STAAT: OHNE ARMEE, POLIZEI UND STEUERN
Es wurde betont, dass der zu gründende symbolische Staat eine „spirituelle Struktur ohne Mauern, ohne Armee, ohne Polizei und ohne Steuern“ sein werde. Rama erklärte, dass dieser Staat „einer der kleinsten Staaten der Welt sein wird und keine Bedrohung für die Souveränität Albaniens darstellt“. Zudem machte er keine klaren Angaben zu Zeitplan und Details und betonte, dass der Plan vom albanischen Parlament genehmigt werden müsse.
DIE GESCHICHTE DES BEKTASCHI-ORDENS
Rama wies darauf hin, dass der Bektaschi-Orden in Regionen wie Albanien, Kosovo und Nordmazedonien verbreitet sei und dass im vergangenen Jahr Arbeiten zur Errichtung eines spirituellen Zentrums im Osten Albaniens begonnen hätten. Der Bektaschi-Orden wurde im 13. Jahrhundert im Osmanischen Reich als sufistischer Orden gegründet und ist seit 1929 in Albanien tätig.