Betrugsnetzwerk über soziale Medien: Sie gaben sich als 'internationale Investmentfirma' aus und erbeuteten riesige Summen

Über ein in den sozialen Medien verbreitetes, mutmaßlich organisiertes Betrugsnetzwerk, das seine Opfer mit dem Versprechen hoher Gewinne ins Visier nimmt, wurden Zeugenaussagen und Dokumente gesammelt. Den Vorwürfen zufolge verschafft sich das Netzwerk durch die Nachahmung der Identität einer internationalen Investmentfirma Vertrauen und erbeutet durch psychologische Manipulation große Geldbeträge.

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Der Prozess, der mit Beiträgen über „zuverlässige Investitionsmöglichkeiten“ in den sozialen Medien beginnt, soll die Opfer in ein organisiertes Betrugsnetzwerk führen.

Den Vorwürfen zufolge beginnt die Betrugskette mit WhatsApp- oder Telegram-Links, die auf beliebten Instagram- und Facebook-Konten geteilt werden. Es wird behauptet, dass auf diesen Konten allgemeine Finanzinhalte geteilt werden, um ein Gefühl der Legitimität zu erzeugen, woraufhin Einladungslinks zu Investitionsgruppen veröffentlicht werden.

WAS BERICHTEN DIE OPFER?

Den Aussagen der Opfer zufolge wird mit Personen, die sich in den Gruppen als „Investmentexperten“ vorstellen, eine direkte Kommunikation aufgebaut. Diese Personen sollen in der ersten Phase scheinbar korrekte Aktienanalysen liefern und nach dem Aufbau von Vertrauen zu Investitionen mit hohen Beträgen durch VIP-Angebote drängen.

VORWURF DER NACHAHMUNG EINER FIRMENIDENTITÄT

Laut einem Bericht von Kübra Karasu von Gdh wurde in den gesammelten Dokumenten und Opferberichten behauptet, dass die Identität einer lizenzierten Investmentfirma mit Sitz in Zypern gestohlen und Kopien der Investitionsseiten mit gefälschten Webadressen erstellt wurden. Diese gefälschten Seiten sollen durch kleine Rechtschreibfehler oder Wortspiele der echten Seite ähneln; durch die Anzeige von Lizenznummern und Adressdaten sei Vertrauen aufgebaut worden.

PSYCHOLOGISCHE MANIPULATION UND „RÜCKZAHLUNGS“-TAKTIK

Den Schilderungen der Opfer zufolge wendet das Netzwerk bei den ersten Investitionen mit kleinen Beträgen einen Trick an und führt anschließend eine „erste Schadensrückzahlung“ durch, um das Vertrauen des Opfers zu festigen. Nach dieser Rückzahlung werden die Opfer dazu gedrängt, zusätzliche Investitionen zu tätigen, etwa durch die Aufnahme von Krediten oder den Verkauf von Vermögenswerten.

GELDSTRÖME UND IBAN-TRICKS

Während die vorgelegten Belege geprüft wurden, wurde festgestellt, dass für jede Überweisung unterschiedliche IBAN-Nummern verwendet wurden, die Gelder auf Strohmann-Konten verteilt wurden und die rechtliche Verfolgung durch die Einschränkung der Verwendungszwecke auf den Überweisungsbelegen erschwert wurde. Es wird behauptet, dass auf die Opfer Druck ausgeübt wurde, auf den Belegen nur Vor- und Nachnamen anzugeben oder das Feld leer zu lassen.

Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass die hohen „Online“-Zahlen bei Telegram durch Bots aufgebläht wurden; die Kommunikation wurde hauptsächlich über zyprische Telefonnummern und WhatsApp geführt, wodurch die Spuren der tatsächlichen Organisatoren verwischt wurden.

Es wurde berichtet, dass das Opferprofil in der Regel aus gebildeten Personen mit Ersparnissen besteht und sich die Opfer unter Soldaten, Polizisten, Ärzten, Ingenieuren, Architekten und Beamten konzentrieren. Andererseits wurde behauptet, dass die gefälschten „Experten“-Identitäten von Personen verkörpert werden, die mit der Finanzterminologie vertraut sind, internationale Erfahrung vorgeben und über eine hohe Überzeugungskraft verfügen.

LETZTE PHASE: ZUSÄTZLICHE GEBÜHREN UND ERPRESSUNG BEI GEWINNAUSZAHLUNG

Wenn das Opfer seinen Gewinn abheben möchte, werden auf den Konten plötzlich scheinbar große Verluste angezeigt; anschließend wird unter dem Vorwand, dass „das Konto versichert sei“, eine zusätzliche Zahlung gefordert. Wer die Zahlung verweigert, dem wird die Auszahlung verwehrt. Zudem sollen die Opfer mit Begriffen wie „MASAK-Prüfung“ oder „e-Devlet-Reflektion“ eingeschüchtert worden sein.

Es wurde mitgeteilt, dass zahlreiche Beschwerden auf Plattformen wie Şikâyetvar registriert wurden, die Opfer rechtliche Schritte eingeleitet haben und einige Akten an die Staatsanwaltschaften weitergeleitet wurden. Die von den Opfern vorgelegten Belege, Korrespondenzen und Screenshots bilden die Grundlage für die Untersuchung der Vorwürfe.

VERFOLGUNG DURCH BEHÖRDEN ERSCHWERT

In den Vorwürfen wurde betont, dass die Ermittlungen aufgrund von Faktoren wie den auf kurzlebige Konten verteilten Beträgen der Scheinfirmen, ausländischen Telefonnummern und der Nutzung von Bot-Konten komplex seien und die Beweissicherung erschwert werde.

Vertreter der Opfer raten dazu, insbesondere bei Investitionseinladungen aus sozialen Medien vorsichtig zu sein, sicherzustellen, dass die Verwendungszwecke auf Überweisungsbelegen vollständig und transparent sind, keine verdächtigen Links anzuklicken und keine Geldtransfers ohne offizielle Lizenzprüfung durchzuführen.