CHP-Analyse von Korkut Boratav: In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre war sie mit einer linksorientierten, klassenbasierten Plattform an der Macht
Prof. Dr. Korkut Boratav bewertete die CHP in einem Interview mit den Worten: „In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre war sie mit einer linksorientierten, klassenbasierten Plattform an der Macht.“
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Der „Lehrer der Lehrer“, Korkut Boratav, äußerte sich anlässlich des 100. Jahrestages der Republik. Im Gespräch mit BirGün machte Boratav bemerkenswerte Ausführungen zur CHP.
Boratav erklärte, dass die CHP in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre mit einer linksorientierten und klassenbasierten Plattform an der Macht war.
„DAS POLITISCHE PENDEL HAT SICH WIEDER NACH RECHTS BEWEGT“
Boratav, der sagte, dass die Türkei in den 1970er Jahren insgesamt nach links gerückt sei, fügte hinzu: „Der Putsch von 1980 und die Verfassung von 1982 haben diesen großen Wandel verhindert. Das politische Pendel hat sich wieder nach rechts bewegt.“
„DIE CHP HAT SICH VON IHRER KEMALISTISCHEN LINIE ENTFERNT“
Boratav setzte seine Worte wie folgt fort:
„Die Tendenz, die durch den Putsch vom 12. September eingeleitet wurde, hat sich ununterbrochen fortgesetzt und ist in einem islamistischen Faschismus gemündet. Wir können die entscheidenden Faktoren, die diese Sichtweise stützen, auflisten: Die CHP, die die parlamentarische Linke vertrat, wurde zunächst gespalten; als sie sich wieder vereinte, hatte sie sich von ihrer Klassenplattform der 1970er Jahre und ihrer aufklärerischen/kemalistischen Linie entfernt. Sie hat sich in eine liberale Partei ohne linken Flügel verwandelt. Die außerparlamentarische, revolutionäre, sozialistische Linke hingegen war das vorrangige Ziel des Putsches vom 12. September; sie wurde zerschlagen und zersplittert. Sie konnte die weit verbreitete, organisierte Kraft der vorangegangenen Periode nicht wiedererlangen und blieb wirkungslos. Sie hat auch die ‚Magnetwirkung‘ verloren, die die CHP in den 1970er Jahren nach links gezogen hatte.“