Die große Gefahr für Hatay: „Hatay wird in 15-20 Jahren mit Krebs in Verbindung gebracht werden“

Die Erdbeben von Maraş am 6. Februar haben in Hatay nicht nur Zerstörung und Leid verursacht, sondern durch die unkontrollierte Entsorgung von Trümmerbergen auch das Krebsrisiko erhöht. Dr. Ali Kanatlı vom Ehrenrat der Ärztekammer Hatay erklärte gegenüber 12punto.com.tr, dass die aus den Trümmern freigesetzten Schwermetalle dazu führen werden, dass Hatay künftig mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert wird.

Kübra Karasu

Kübra KARASU - 12punto.com.tr

Dr. Ali Kanatlı vom Ehrenrat der Ärztekammer Hatay warnte in einer Stellungnahme gegenüber 12punto.com.tr vor einer drohenden Krebswelle. Kanatlı wies darauf hin, dass die Schwermetalle, die nach den Erdbeben von Maraş am 6. Februar aus den Trümmern freigesetzt wurden, dazu führen könnten, dass die Provinz in Zukunft mit einem Krebsrisiko in Verbindung gebracht wird.

DAS BEISPIEL TSCHERNOBYL

Auf die Frage, ob die durch die Trümmer verbreiteten Schwermetalle langfristig zu einem Krebsrisiko führen könnten, ähnlich wie bei der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, antwortete Kanatlı: „Leider wird auch Hatay in 15-20 Jahren mit Krebs in Verbindung gebracht werden.“ Dr. Kanatlı äußerte sich wie folgt zu den Auswirkungen der Schwermetalle auf die Bevölkerung von Hatay:

„Wir haben als Türkische Ärztevereinigung gemeinsam mit der Plattform ‚Deniz Hava Hakkı‘ eine Studie durchgeführt. Bei der Messung der Luftqualität stellten wir fest, dass die Werte der Feinstaubpartikel PM2.5 und PM10 über einen Zeitraum von 30 Tagen an 20 Tagen das Vierfache der Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation überschritten. Bei zwei Untersuchungen der Kammer der Umweltingenieure von Istanbul und Ankara im April und September haben wir in der Hälfte der Proben Asbest nachgewiesen. Die akuten Auswirkungen in der ersten Phase sind allergische Reaktionen, Bindehautentzündungen, Asthma und die Verschlimmerung von COPD. Langfristig führt dies zu Lungenfellkrebs und Bauchfellkrebs.“

Abschließend sagte Kanatlı:

„Durch das nachlässige Vorgehen der Abbruchunternehmen wurden die unterirdischen Kanalisations- und Wassersysteme beschädigt, was zu Vermischungen führte. Wir haben bereits bei ein oder zwei Untersuchungen festgestellt, dass die Konzentration gesundheitsschädlicher Bakterien in der Kanalisation hoch ist. Daher haben wir die Menschen dazu aufgerufen, Flaschenwasser zu trinken, um Krankheiten wie Durchfall und Typhus zu vermeiden, und dies den ganzen Sommer über kontrolliert.“