Tagelang anhaltendes Fieber, Hals- und Gliederschmerzen… Krankenhäuser überfüllt: Ist die neue Grippe Covid?
Angesichts des kalten Wetters und steigender Patientenzahlen sorgen die ähnlichen Symptome von Grippe und COVID-19 für Besorgnis. Prof. Dr. Alper Şener, Mitglied des Coronavirus-Wissenschaftsbeirats, betonte gegenüber 12punto den saisonalen Anstieg grippeähnlicher Infektionen und warnte vor der Notwendigkeit von Varianten-Impfstoffen.
Aslı Ağırdil
Aslı AĞIRDİL - 12punto.com.tr
Die COVID-19-Pandemie, die zu einem globalen Gesundheitsproblem geworden ist, steht angesichts der jüngsten Zunahme grippaler Infekte erneut auf der Tagesordnung. Landesweit ist die Zahl der Menschen, die wegen Fieber, Hals- und Gliederschmerzen in Krankenhäuser gehen, gestiegen. Fast jeder dritte Mensch in unserem Umfeld ist krank. Diejenigen, die sich nur langsam erholen, fragen sich: „Habe ich etwa das Coronavirus?“ Gleichzeitig wird über die Behauptung diskutiert, dass Impfungen für die Zunahme von Herzinfarkten verantwortlich seien. Prof. Dr. Alper Şener, Mitglied des Coronavirus-Wissenschaftsbeirats, bewertete diese Diskussionen gegenüber 12punto.
CORONA WIRD NUN ALS SAISONAL EINGESTUFT
Der Infektiologe Prof. Dr. Şener betonte, dass eine Unterscheidung zwischen Grippe- und Coronafällen derzeit nicht möglich sei, da keine PCR-Tests durchgeführt würden. Şener erklärte dazu:
„Wir können derzeit nicht zwischen Grippe und Corona unterscheiden, da wir keine Möglichkeit haben, aktiv PCR-Tests durchzuführen. Corona wird mittlerweile als saisonal eingestuft. Auch weltweit ist man von dieser Strategie abgerückt und auf Antigentests umgestiegen.“
ZUNAHME BEI GRIPPALEN INFEKTEN
Şener stellte fest, dass der Begriff „Epidemie“ terminologisch nicht korrekt sei, und fuhr fort:
„Es gibt einen saisonalen Anstieg grippeähnlicher Infektionen, aber eine labortechnische Unterscheidung ist durch die Tests vor Ort nicht möglich. Es gibt zwar PCR-Tests, die verschiedene Atemwegserreger gleichzeitig erfassen, doch da diese nicht routinemäßig durchgeführt werden, ist eine Differenzierung schwierig. Es ist ohnehin korrekter, dies derzeit als syndromale Erkrankung zu bezeichnen. Jeden Anstieg der Patientenzahlen als Epidemie zu klassifizieren, wäre wissenschaftlich gesehen eine unvollständige Interpretation.“
VARIANTEN-IMPFSTOFFE BIETEN KEINEN AUSREICHENDEN SCHUTZ FÜR DEN WINTER
Şener äußerte zudem eine Warnung bezüglich der an die neuen Covid-Varianten angepassten Impfstoffe:
"Impfstoffe, die auf dem ursprünglichen 'Wuhan'-Stamm basieren, bieten für diesen Winter keinen ausreichenden Schutz. Viele Länder, allen voran die USA, haben bereits Varianten-Impfstoffe verabreicht oder tun dies derzeit. Auch die WHO empfiehlt insbesondere für Personen über 65 Jahren Varianten-Impfstoffe, da die auf dem Wuhan-Stamm basierenden Impfstoffe gegen die neuen Varianten nicht mehr wirksam sind."
NUN AUCH NOCH DER MYTHOS DER 'IMPFSTOFF-REINIGUNG'
Şener erklärte, dass die Behauptungen, Impfstoffe würden Herzinfarkte verursachen, von Anfang an existierten und ständig wiederholt würden, und führte dazu aus:
"Bei den mRNA-Impfstoffen gegen Corona, insbesondere bei dem in den USA angewandten Moderna-Impfstoff, der die dreifache Menge an Antigenen enthält, wurde bei jungen Männern ein Zusammenhang mit reversiblen Perikardit- und Myokardit-Fällen festgestellt. Diese Befunde werden verzerrt dargestellt und auf Herzinfarkte projiziert. Interessanterweise haben retrospektive Analysen gezeigt, dass die Corona-Infektion selbst in allen Altersgruppen Herzinfarkte verursachen kann."
Er betonte, dass unsere Bürger nicht auf unwissenschaftliche Ratschläge und Praktiken hereinfallen sollten, und
Şener fuhr fort:
"Dieses Thema wird leider von Impfgegnern ständig auf der Agenda gehalten und für andere Zwecke instrumentalisiert. Jetzt ist auch noch die 'Impf-Reinigung' aufgekommen. Was soll das sein? Angeblich müssten mRNA-Antikörper aus dem Blut gereinigt werden, und dies könne durch bestimmte Lebensmittel und traditionelle komplementärmedizinische Anwendungen erreicht werden. Das ist alles Augenwischerei. Leider äußern auch einige unserer Kollegen diese Behauptungen aus finanziellen Gründen. Impfantikörper können nur durch eine Plasmapherese entfernt werden! Und dafür gibt es keinerlei Notwendigkeit! Unsere Bürger sollten auf solche unwissenschaftlichen Vorschläge und Praktiken nicht hereinfallen."