Türkei schlägt Alarm bei Korruption, Geldwäsche und Steuertransparenz: 'Dringende Reformen erforderlich'

Prof. Dr. Duran Bülbül erklärt, dass die Türkei im Kampf gegen Korruption durchgefallen ist, und weist auf Geldwäsche, Schattenwirtschaft und mangelnde Steuertransparenz hin. Er forderte die Einrichtung einer „Antikorruptionsbehörde“.

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Zwischen der Schattenwirtschaft, Korruption und den Strukturen außerhalb staatlicher Kontrolle besteht ein starker Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Prof. Dr. Duran Bülbül weist darauf hin, dass diese Struktur insbesondere durch die Verknüpfung politischer und bürokratischer Interessen mit individuellen Vorteilen durch Fonds genährt wird und wächst.

Laut Bülbül können kriminelle Organisationen nicht ohne das Eindringen in öffentliche Entscheidungsmechanismen existieren, was durch die aufgebauten Interessenbeziehungen zu Amtsträgern die institutionelle Korruption vertieft. Bülbül stellt fest, dass Amtsträger durch Bestechung, Vorteilsnahme, Vetternwirtschaft und Erpressung zu einem Teil krimineller Organisationen werden, und betont, dass Korruption und Geldwäsche grundlegende Elemente sind, die sich gegenseitig nähren.

Auch internationale Berichte bestätigen die negative Entwicklung der Türkei. Laut dem Korruptionswahrnehmungsindex 2023 und 2024 belegte die Türkei mit 34 Punkten die Plätze 115 bzw. 107. Obwohl sich die Punktzahl nicht änderte, resultierte die Veränderung in der Rangliste aus dem Rückgang in anderen Ländern. Die Türkei, die bei der Steuertransparenz unter den OECD-Ländern den letzten Platz belegt, zeichnet sich als eines der Länder aus, die die angeforderten Steuerinformationen oft nicht bereitstellen können. Zudem liegt sie bei der Bekämpfung von Geldwäsche unter dem OECD-Durchschnitt.

Jedes Jahr fließen riesige Summen zwischen 50 Milliarden und 1 Billion Dollar, die aus Entwicklungsländern gestohlen wurden, in Offshore-Systeme und Steueroasen. Dieses Kapital, das in Zentren wie London, Genf, New York und Miami fließt, schwächt die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Korruptionsbekämpfung.

Bülbül erklärte, dass die Korruptionskontrolle in der Türkei insbesondere in den Jahren 2002 und 2016 erheblich geschwächt wurde und sich dieser Trend bis heute fortsetzt, und äußerte sich wie folgt: 

 „Für den Kampf gegen Korruption müssen Amtsträger streng bestraft werden. Es ist unerlässlich, dass die Türkei so schnell wie möglich eine unabhängige und effektive ‚Antikorruptionsbehörde‘ gründet.“