Absage der DEM-Partei an Özgür Özels Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen: 'Nicht auf unserer Agenda'

Die Forderung von CHP-Chef Özgür Özel nach vorgezogenen Neuwahlen stieß bei der DEM-Partei auf eine nüchterne Reaktion. Parteisprecherin Ayşegül Doğan erklärte, dass Wahlthemen derzeit nicht auf der Agenda des zentralen Exekutivkomitees ihrer Partei stünden und betonte, dass Schritte zur Demokratisierung Priorität hätten.

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Nach der Operation, bei der der Bürgermeister der Stadtverwaltung von Bursa, Mustafa Bozbey, vorübergehend festgenommen wurde, äußerte sich CHP-Chef Özgür Özel und forderte in einer Zeit bedeutender politischer Entwicklungen in der Türkei vorgezogene Neuwahlen im Parlament (TBMM). Özel hatte angekündigt, dieses Thema mit dem Parlamentspräsidenten Numan Kurtulmuş zu erörtern und die politischen Schritte in dieser Angelegenheit weiter zu verfolgen.

REAKTION DER DEM-PARTEI AUF DIE WAHLAGENDA

Die Sprecherin der DEM-Partei, Ayşegül Doğan, äußerte sich heute auf einer Pressekonferenz zu diesem Aufruf von Özel. Ayşegül Doğan erklärte: „Wahlthemen stehen nicht auf der Agenda unseres zentralen Exekutivkomitees. Unser zentrales Exekutivkomitee wird nächste Woche zusammentreten. Eines der wichtigsten Themen unserer Partei ist derzeit, wie auch der CHP-Vorsitzende Özgür Özel zum Jahrestag des 31. März betonte, die Demokratisierung.“

Doğan wies darauf hin, dass sich die Agenda im Wahlklima fast vollständig auf Wahldebatten konzentriere und die eigentlichen Probleme des Landes in den Hintergrund gedrängt würden, und äußerte sich wie folgt:

„Die Debatte über das Wahlklima wirkt wie ein Schleier, der andere Themen verdeckt. Wie zum Beispiel? Es konzentriert das Land für lange Zeit auf ein einziges Thema und schafft eine faktische Situation. Das heißt, sobald von Wahlen die Rede ist, ist es nicht mehr möglich, über andere Themen zu sprechen.“

Zudem betonte sie, dass aktuelle Probleme wie Wirtschaft, Arbeitslosigkeit und Demokratisierung durch die Diskussionen über Neuwahlen in den Hintergrund gerückt würden.

„WIR BEFINDEN UNS AN EINEM KRITISCHEN WENDEPUNKT“

Doğan betonte die Rolle, die politische Parteien und die Opposition bei der Lösung der kurdischen Frage und der Demokratisierung spielen müssen, und drückte die Notwendigkeit aus, Verhandlungs- und Dialogkanäle in der Türkei zu öffnen:

„Dabei befinden wir uns heute in Bezug auf die kurdische Frage an einem sehr wichtigen Wendepunkt. Wir glauben, dass insbesondere die größte Oppositionspartei an diesem Wendepunkt eine sehr ernsthafte Verantwortung übernehmen wird. Je stärker die demokratische Opposition ist und je besser sie Kampf und Verhandlung miteinander verbinden kann, desto schneller können demokratische Schritte unternommen und gesetzliche Regelungen getroffen werden.

Wir befinden uns in einer Zeit, in der Themen nicht mehr im Schatten der Waffen, sondern am Verhandlungstisch besprochen werden können und Ergebnisse durch Dialog erzielt werden können. Wir durchleben eine solche Zeit. Unsere Priorität in dieser Phase ist ein Prozess, der die Wege zur Demokratisierung ebnet, der dazu beiträgt, die kurdische Frage mit einem gerechten und dauerhaften Frieden zu lösen, und bei dem dies insbesondere von der Opposition unterstützt und sogar angeführt wird.“

Doğan betonte, dass die Praxis der Einsetzung von Zwangsverwaltern (Kayyım) in Kommunen weiterhin andauere, und bekräftigte die Erwartung einer gemeinsamen Anstrengung der politischen Parteien auf der Grundlage der Demokratisierung. Sie erklärte zudem, dass sie die Gründe für die Wahlaufrufe aus verschiedenen Perspektiven verstehe:

„Unsere Erwartung an die Opposition ist ein Bemühen und Einsatz für die Demokratisierung, bei dem wir gemeinsame Antworten auf die aktuellen Probleme des Landes finden und Partnerschaften aufbauen können; aber natürlich verstehen wir auch sehr gut die Gründe für den Aufruf von CHP-Chef Özgür Özel zu vorgezogenen Neuwahlen oder Kommunalwahlen. Denn wir waren ähnlichen Behandlungen ausgesetzt. Wir sind ihnen weiterhin ausgesetzt. Schauen Sie sich an, was nach den Feierlichkeiten zum Newroz geschah. Die Zwangsverwalter sind immer noch in den Kommunen im Amt. Nicht nur in CHP-geführten Kommunen, auch in den Kommunen der DEM-Partei wird weiterhin durch Zwangsverwalter regiert. Das bedeutet, dass der Volkswille auch für uns eines der unverzichtbarsten und wichtigsten Themen ist.“

Dieses Thema könnte im zentralen Exekutivkomitee der DEM-Partei, das nächste Woche zusammentritt, erneut erörtert werden. Die Erklärungen der Parteisprecherin machten jedoch deutlich, dass die DEM-Partei kurzfristig keine Wahlen anstrebt und demokratische Reformen als ihre Hauptpriorität betrachtet.