Ändert sich das Renteneintrittsalter? Nihat Zeybekci spricht von 'Verrat an künftigen Generationen'

Der stellvertretende AKP-Vorsitzende Nihat Zeybekci hat mit Aussagen zum Renteneintrittsalter für Aufsehen gesorgt und dieses als zu niedrig bezeichnet. Zeybekci erklärte: „Man kann in dieser Frage so weit gehen, von einem Verrat an künftigen Generationen zu sprechen. Das Renteneintrittsalter muss erneut angefasst und danach nie wieder geändert werden.“

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Der stellvertretende AKP-Vorsitzende Nihat Zeybekci beantwortete Fragen von Canan Sakarya und Besti Karalar von der Zeitung Ekonomim. Zum Rentensystem äußerte sich Zeybekci wie folgt: „Das Renteneintrittsalter ist zu niedrig. Man kann in dieser Frage so weit gehen, von einem Verrat an künftigen Generationen zu sprechen.“

Zeybekci betonte, dass das Renteneintrittsalter im aktuellen System nicht nachhaltig sei und sagte: „Es gibt derzeit keine Neuregelung zum Renteneintrittsalter. Aber sollte sie erfolgen? Ja, definitiv. Und danach sollte es nicht mehr angetastet werden.“

„DIES MUSS IN DIE VERFASSUNG“

Zeybekci erklärte, dass das Renteneintrittsalter in Zukunft nicht mehr Gegenstand politischer Eingriffe sein dürfe: „Wir müssen einige Dinge mit nationalem Konsens, unter Zurückstellung aller anderen Interessen, in die Verfassung aufnehmen. Wenn man diese Dinge dort verankert, wird niemand mehr kommen und das Renteneintrittsalter antasten.“

Zeybekci betonte, dass sich die Politik angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten von kurzfristigen Lösungen hin zu dauerhaften Reformen bewegen müsse.

„HOHE ZINSEN ZIEHEN DER TÜRKEI DAS BLUT AUS DEN ADERN“

Nihat Zeybekci äußerte sich auch zur Wirtschaftspolitik. Er kritisierte die hohen Zinssätze und sagte: „Aufgrund der hohen Zinsen wurden aus 100.000 Dollar zu Jahresbeginn 2024 bis Jahresende 125.000 Dollar. Das ist Blut, das aus den Adern der Türkei gezogen wird. Es ist nicht das Blut des Finanzministeriums, sondern das Blut der Arbeiter, Rentner, Beamten, Industriellen, Gewerbetreibenden, Produzenten und Landwirte, das ihnen aus den Adern gezogen wird.“

Zeybekci bezifferte die Kosten der Hochzinspolitik auf über 200 Milliarden Dollar und fügte hinzu: „Ich habe nicht mehr die Kraft und die Geduld, das zu ertragen.“

„KURSWECHSEL IM KAMPF GEGEN DIE INFLATION NÖTIG“

Zeybekci erklärte, dass die Türkei im Kampf gegen die Inflation vom Argument der „hohen Nachfrage“ zum Ansatz des „Angebotsmangels“ übergehen müsse: „Die Türkei muss im Kampf gegen die Inflation sehr schnell zum Thema Angebotsmangel übergehen. Falls nötig, sollten die Zölle überprüft werden.“

„DER YÖRÜK SOLLTE NICHT ANFANGEN, SEINE HERDE ZU OPFERN“

Zeybekci betonte, dass die Politik langfristige Strategien statt populistischer Schritte entwickeln müsse, und wiederholte seine Kritik am aktuellen Rentensystem mit den Worten: „Wenn die Politik hilflos und unfähig wird, sollte der ‚Yörük‘ – um es in der Sprache unserer Region auszudrücken – nicht anfangen, seine Herde zu opfern. Das sollte nicht der erste Ort sein, den wir antasten.“