AKP bereitet im Zuge der neuen Verfassungsagenda eine Revision des Präsidialsystems vor

Ein in der AKP erstellter Bericht sieht unter anderem die Ernennung von Ministern aus dem Kreis der Abgeordneten, die Wiedereinführung des Unterstaatssekretär-Systems sowie Änderungen am Wahlsystem vor.

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Die AKP bereitet sich darauf vor, im Rahmen der Arbeiten an einer neuen Verfassung Änderungen am Präsidialsystem vorzunehmen, das seit 2018 angewendet wird. In der „Vision zum 25. Jahr“, die die Partei vor zwei Wochen veröffentlichte, wurde bereits darauf hingewiesen, dass auf Basis der Erfahrungen aus der achtjährigen Anwendung „notwendige Revisionen“ am System vorgenommen werden sollen.

Mit der erneuten Intensivierung der Debatten um eine neue Verfassung wird berichtet, dass innerhalb der AKP auch die Themen für eine Anpassung des Präsidialsystems konkreter werden. AKP-Funktionäre, die gegenüber der Zeitung Ekonomim Stellung nahmen, argumentierten, dass die politische Atmosphäre, die sich in der letzten Zeit im Parlament gebildet habe, bewertet werden müsse.

„Eine neue Verfassungsänderung würde zwar nicht die 467-Stimmen-Hürde erreichen, aber mit über 400 Stimmen angenommen werden. Wir müssen diese Atmosphäre nutzen. Wir arbeiten daran, wie wir das System revidieren können. Das Präsidialsystem wird nicht vollständig abgeschafft, aber es wird insbesondere im Parlament eine sichtbare Revision geben.“

— AKP-Funktionäre

WICHTIGE PUNKTE IM BERICHT

Den Angaben der AKP-Funktionäre zufolge schlägt der erstellte Bericht vor, Minister – wie im parlamentarischen System üblich – aus dem Kreis der Abgeordneten zu ernennen. Demnach würden die Abgeordnetenmandate der Minister bestehen bleiben, sie hätten jedoch bei Anträgen und Entscheidungen, die in den Ausschüssen und im Plenum beraten werden, kein Stimmrecht.

Der Bericht sieht zudem vor, dass die Teilnahme der Minister an den Beratungen zu Gesetzesentwürfen, die ihre jeweiligen Fachbereiche betreffen, verpflichtend wird. Darüber hinaus steht auf der Agenda, dass Minister zweimal monatlich im Plenum auf mündliche Anfragen antworten, alle 15 Tage dienstags eine Kontrollsitzung stattfindet und alle Minister in jedem Legislaturjahr mindestens einmal an diesen Sitzungen teilnehmen.

Ein weiterer Punkt ist die Übertragung einiger Befugnisse des Präsidenten auf das Kabinett. Es wird geprüft, ob bestimmte Entscheidungen mit der Unterschrift des Präsidenten und des Kabinetts oder in einigen Fällen nur mit der Unterschrift des Kabinetts veröffentlicht werden sollen. Die Abschaffung der stellvertretenden Ministerposten und die Wiedereinführung des Unterstaatssekretär-Systems gehören ebenfalls zu den Empfehlungen im Bericht.

Im Abschnitt zum Wahlsystem wurde die Behauptung aufgeführt, dass bei Präsidentschaftswahlen zwischen den beiden Wahlgängen ein „Unterschied von mindestens 10 Prozentpunkten“ gefordert werden könnte. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Details zur Umsetzung dieser Regelung noch nicht geklärt seien und es auch innerhalb der Partei zu diesem Punkt noch Fragezeichen gebe.

Debatten über Änderungen am Präsidialsystem waren bereits zuvor aufgekommen. Während MHP-Parteichef Devlet Bahçeli erklärte, dass rechtliche Anpassungen am System vorgenommen werden müssten, hatte auch der Chefberater des Präsidenten, Mehmet Uçum, geäußert, dass insbesondere die „50+1“-Regel diskutiert werden müsse.