Alle warteten gespannt: Erdoğan äußert sich nicht zur Auflösungsentscheidung der PKK

Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach bei der Eröffnungszeremonie zum Tag des Staatsrats und der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Erdoğan äußerte sich nicht zu der Entscheidung der Terrororganisation PKK, sich aufzulösen.

12punto

Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach bei der Zeremonie anlässlich des 157. Jahrestages der Gründung des Staatsrats. Bei der Veranstaltung im Konferenzsaal des Staatsrats wurde mit Spannung erwartet, ob Erdoğan eine Bewertung zur Entscheidung der Terrororganisation PKK abgeben würde, „die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen“.

Erdoğan machte jedoch keinerlei Kommentar zu der Entscheidung, die die PKK auf ihrem letzten Kongress verkündet hatte.

"WIR WERDEN DENEN, DIE SICH MIT VERBRECHEN BRÜSTEN, AUFS DACH STEIGEN"

In seiner Rede betonte Erdoğan die Unabhängigkeit der Justiz sowie die Etablierung der Gerechtigkeit und unterstrich seine Entschlossenheit im Kampf gegen das Verbrechen.

Die wichtigsten Punkte aus Erdoğans Erklärungen lauten wie folgt:

Ein Staat ist nur dann ein Staat, wenn er mit Gerechtigkeit regiert.

In einem Land, in dem der Glaube an die Gerechtigkeit in seinen Grundfesten erschüttert ist, kann man, egal was man tut, keinen Frieden und keine Ruhe stiften.

Eine effektive, schnelle und zugängliche Justiz steht ganz oben auf der Prioritätenliste unserer Regierung. Wir haben bis heute viele Regelungen zur Stärkung der Justiz umgesetzt. Wir haben dies mit unseren Reform- und Strategiedokumenten unterstützt. Wir haben das Recht der Mächtigen, das eine schmerzhafte Erinnerung an die Zeiten der Vormundschaft war, hinter uns gelassen und stattdessen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit zur Geltung gebracht. Anstelle einer Justiz, die Putsche beklatschte, haben wir ein Justizsystem etabliert, das den Putschisten das Urteil spricht, das sie verdienen. Wir haben das Prinzip der Unparteilichkeit zur Unabhängigkeit der Justiz hinzugefügt.

'WIR WERDEN DENEN, DIE VERBRECHEN BEGEHEN, WEITERHIN AUFS DACH STEIGEN'

Wir werden nicht zulassen, dass sich in der Gesellschaft die Annahme festsetzt, dass Verbrechen ungestraft bleiben, egal aus welchem Grund. Wir werden weiterhin denen aufs Dach steigen, die Verbrechen begehen und sich für überlegen gegenüber dem Staat halten.

Unser Kampf gegen die FETÖ, die selbst nach all dem Verrat, der in diesem Prozess ans Licht kam, nicht davon ablässt, unserer Demokratie aufzulauern, wird mit zunehmender Stärke fortgesetzt.

Vergessen wir nicht: Wenn man aus der Geschichte nicht lernt, wiederholt sie sich. Den Verraten, die wir in der jüngeren Vergangenheit erlebt haben, können wir nur mit Verstand, Erfahrung und durch das Lernen aus der Geschichte begegnen.

Ich möchte einen Punkt besonders betonen: Dass unsere Justizangehörigen, die sich für die Verwirklichung der Gerechtigkeit einsetzen, sowie deren Familien und Kinder zur Zielscheibe gemacht und auf öffentlichen Plätzen ausgebuht werden. Niemand darf unter dem Vorwand der Kritik mit dem Finger auf Justizangehörige zeigen.

Ich möchte betonen, dass wir bei den Schritten, die wir zur Stärkung unserer inneren Festung unternehmen, auf Ihre Unterstützung vertrauen und Ihre Beiträge erwarten.