Allianz-Szenario zwischen AKP und DEM-Partei!

Während die Rufe nach vorgezogenen Neuwahlen in der Türkei anhalten, rücken in politischen Kreisen Diskussionen über eine Zusammenarbeit zwischen der AKP und der DEM-Partei in den Vordergrund. Die Anzahl der Sitze der DEM-Partei könnte die Gleichung für den neuen Verfassungsprozess im Parlament maßgeblich beeinflussen.

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Obwohl bis zu den Parlamentswahlen in der Türkei noch etwa zwei Jahre verbleiben, heizen Erwartungen an vorgezogene Neuwahlen und mögliche Bündnisse die politische Atmosphäre an. Die Augen sind darauf gerichtet, ob es zu einer möglichen Zusammenarbeit zwischen der AKP und der DEM-Partei kommen wird.

Es ist bekannt, dass die AKP seit ihrem Amtsantritt flexible Bündnisse mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen geschlossen hat. Zuletzt gewannen die parteiübergreifenden Kontakte an Fahrt, nachdem am 18. Februar ein gemeinsamer Bericht der Kommission für nationale Solidarität, Brüderlichkeit und Demokratie in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) angenommen wurde. Der Besuch des Parlamentspräsidenten Numan Kurtulmuş bei der MHP, der CHP und der DEM-Partei am 24. Februar, gefolgt von einem Besuch bei der AKP und der Yeni-Yol-Fraktion, war einer der bemerkenswertesten Schritte in diesem Prozess.

EINE OFFENE TÜR WURDE HINTERLASSEN

Während einerseits die Diskussionen über eine neue Verfassung andauern, wird kommentiert, dass die Regierung nach einer Zusammenarbeit mit verschiedenen Parteien sucht, um ihre Hand in der parlamentarischen Arithmetik zu stärken. Die Äußerungen des stellvertretenden AKP-Vorsitzenden Ahmet Büyükgümüş auf Kanal 7: „Wir werden mit demjenigen gehen, der uns stärkt. Wenn Sie speziell nach der DEM-Partei fragen, wird sich mit der Zeit zeigen, welche Form dies annehmen wird“, wurden als Offenhalten der Tür für ein mögliches Bündnis gewertet.

Die DEM-Partei verfügt über 56 Abgeordnete, und diese Zahl könnte bei kritischen Prozessen wie einer Verfassungsänderung eine entscheidende Rolle spielen. Um eine Verfassungsänderung im Parlament zur Volksabstimmung zu bringen, sind 360 Stimmen erforderlich, für eine Änderung ohne Referendum sogar 400. Die Volksallianz (Cumhur İttifakı) kommt zusammen mit der MHP auf insgesamt 322 Sitze; daher ist die Unterstützung der DEM-Partei und anderer kleinerer Parteien von strategischer Bedeutung.

In Erklärungen aus dem Lager der DEM-Partei wird jedoch betont, dass es keine Wahl- oder Verfassungsverhandlungen mit der AKP gebe und sich die Partei auf ihre eigene Agenda konzentriere.

Der Politikwissenschaftler İbrahim Uslu weist darauf hin, dass die DEM-Partei in letzter Zeit Distanz zur Opposition gewahrt habe, und prognostiziert, dass dies auch Auswirkungen auf das Wählerverhalten haben werde. Laut Uslu: „Wir werden die DEM-Partei im kommenden Wahlprozess als eine völlig unabhängig agierende Partei sehen. Ich gehe davon aus, dass sie insbesondere keine offene oder geheime Zusammenarbeit mit der CHP eingehen wird.“ Dennoch äußert Uslu, dass es möglich sei, dass ein bedeutender Teil der DEM-Wähler im Falle einer Stichwahl zugunsten von Erdoğan Stellung beziehe: „Dass ein erheblicher Teil der DEM-Wähler bei einer Stichwahl eine Haltung zugunsten von Erdoğan einnimmt, ist mittlerweile ein wahrscheinliches Szenario.“

Die Worte von Präsident Recep Tayyip Erdoğan vom Juli 2025: „Die AK-Partei, die Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und die DEM – wir haben beschlossen, diesen Weg zumindest zu dritt gemeinsam zu gehen... Jeder soll wissen, dass es nicht mehr nötig ist, die Fäuste zu ballen. Wir werden uns umarmen. Wir werden reden. Wir werden aufeinander zugehen und gemeinsam voranschreiten“, hatten gezeigt, wie diese mögliche Annäherung in der politischen Atmosphäre aufgenommen wurde.

BEZIEHUNGEN ZUR DEM VÖLLIG ABGEBROCHEN

Während die Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen vonseiten der Opposition anhält, wird eingeschätzt, dass die DEM-Partei ihre Beziehungen zur Hauptopposition fast vollständig abgebrochen hat. Innerhalb der Partei selbst reißen die Erwartungen an eine neue politische Transformation und Erneuerung nicht ab; in politischen Kreisen wird auch darüber gesprochen, dass die Rolle des Parteigründers Abdullah Öcalan in diesem Prozess zunehmen könnte.

DAS 50+1-RÄTSEL

Betrachtet man die Geschichte der Bündnisse der AKP, so zeigt sich, dass sie in ihren Gründungsjahren periodische Kooperationen mit Liberalen und kurdischen Wählern und später mit nationalistischen Blöcken und verschiedenen Strukturen einging. Die Volksallianz, die sich insbesondere nach 2015 mit der MHP festigte, setzt ihren Weg mit dem Narrativ der politischen Stabilität fort. Intern stehen auch die Diskussion über eine Änderung der 50+1-Regel und der Fortbestand des Präsidialsystems auf der Tagesordnung.

In der kommenden Zeit scheint die parlamentarische Arithmetik sowohl bei der Verfassungsänderung als auch bei den Präsidentschaftswahlen weitgehend von der Position der DEM-Partei abzuhängen. Aus diesem Grund wird in politischen Kreisen häufig diskutiert, ob die Volksallianz mit der Unterstützung der DEM-Partei die angestrebte Stimmenmehrheit erreichen kann. Insbesondere Erdoğans erneute Kandidatur und die Zukunft der Verfassungsänderungen werden durch diese parteiübergreifenden Gleichungen geformt werden.