Äußerung von Botschafter Nuh Yılmaz in Damaskus zu Tekken und Zaviyen: „Die Traditionen, die wir verloren haben, leben hier weiter“
Der türkische Botschafter in Damaskus, Nuh Yılmaz, sorgte in einem Interview mit Syria Now mit seinen Äußerungen zur Schließung von Tekken und Zaviyen für Aufsehen.
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Der türkische Botschafter in Damaskus, Nuh Yılmaz, äußerte sich in einem Interview mit dem zu Al Jazeera gehörenden, in Katar ansässigen Medium Syria Now zur Schließung von Tekken (Derwisch-Konventen) und Zaviyen (kleineren Derwisch-Unterkünften) während der Ära der Republik.
Yılmaz sprach über die religiösen und kulturellen Traditionen, die er bei seinen Besuchen in Damaskus beobachtet habe, und stellte fest, dass einige gemeinsame Traditionen in der Türkei nicht mehr existierten, in Syrien jedoch fortbestünden. Yılmaz erklärte: „Ich sehe, dass einige unserer gemeinsamen Traditionen, die wir in der Türkei verloren haben, hier weiterleben.“
Als Beispiel nannte Yılmaz den Mevlevi-Orden. Er erläuterte, dass nach der Schließung der Tekken und Zaviyen der Postnişin (Leiter) des Mevlevi-Ordens nach Aleppo umgezogen sei und die Aktivitäten in der dortigen Mevlevihane fortgesetzt würden. Er bezeichnete es als „äußerst erfreulich“, dass diese Traditionen in Syrien weiterlebten.
BEZUG AUF DAS GESETZ NR. 677
In der Türkei wurden Tekken, Zaviyen und Mausoleen durch das am 30. November 1925 verabschiedete Gesetz Nr. 677 geschlossen. Mit dieser Regelung wurde auch die Verwendung von Titeln wie Scheich, Derwisch, Mürid oder Dede verboten. Das Gesetz gilt als einer der grundlegenden Schritte im Säkularisierungsprozess der Republik.
Im selben Interview sprach Yılmaz auch über den erwarteten Besuch von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Damaskus. Yılmaz bezeichnete Erdoğan als „Damaskus-Liebhaber“ und sagte, es würde ihn glücklich machen, wenn Erdoğan in der Umayyaden-Moschee beten würde.
Yılmaz erklärte, dass der ursprünglich geplante Besuch in Damaskus aufgrund der Entwicklungen in der Region verschoben worden sei, man aber erwarte, dass der Besuch noch vor Jahresende stattfinden werde. Zudem äußerte Yılmaz die Hoffnung, Erdoğan und den syrischen Präsidenten Ahmed Schara in Damaskus „Hand in Hand, Arm in Arm“ zu sehen.