Außenminister Hakan Fidan: 'Israel zeigt keine Bereitschaft zum Friedensprozess'
Außenminister Hakan Fidan äußerte sich nach seinem Besuch in den Golfstaaten zu den Aussichten der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Fidan betonte, dass nicht das Fehlen eines Plans zur Beendigung des Krieges das Hauptproblem darstelle, sondern die ablehnende Haltung Israels gegenüber dem Frieden.
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Nach seiner Reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate wies Minister Fidan darauf hin, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Israel in Bezug auf den Krieg deutlicher geworden seien. Fidan erklärte: „Es erscheint wenig wahrscheinlich, während eines laufenden Krieges Verhandlungen zu führen. Man sollte die Möglichkeit in Betracht ziehen, einen kurzzeitigen Waffenstillstand auszurufen, in diesem Zeitraum Gespräche aufzunehmen und, falls keine Ergebnisse erzielt werden, den Krieg gegebenenfalls wieder aufzunehmen.“ Fidan merkte an, dass es Anzeichen dafür gebe, dass Israel eine Politik der Kriegsverlängerung verfolge und darauf abziele, dem Iran weiteren Schaden zuzufügen; zudem sei der künftige Kurs der USA in diesem Prozess von Bedeutung.
Minister Fidan stellte fest, dass Israel seine Angriffe nicht unterbrechen werde, solange die militärischen und industriellen Ziele nicht ausgeschaltet seien, und dass die Attentate in der Region anhielten. Gleichzeitig bekräftigte er seine Haltung mit den Worten: „Israel hat den Krieg begonnen. Das Problem ist nicht, dass es keinen Plan zur Beendigung des Krieges gibt, sondern dass Israel keinen Frieden will. Das sagen wir auf allen Plattformen offen.“
Fidan prognostizierte, dass es in den Golfstaaten nach dem Krieg zu neuen Entwicklungen kommen könnte, und äußerte, dass in diesem Rahmen neue Kooperationen in der Verteidigungsindustrie wahrscheinlich seien. Fidan wies darauf hin, dass der Iran Forderungen bezüglich der US-Stützpunkte am Golf stellen könnte, und unterstrich, wie kritisch die Energieressourcen, die durch die strategisch wichtige Straße von Hormus fließen, für viele Länder seien.
Minister Fidan sagte: „Wir haben von Anfang an eine klare Haltung gezeigt. Wir haben Fehltritte, egal von welcher Seite sie kamen, offen benannt. Wir sehen, dass das Vertrauen in die Türkei wächst.“
„WIR SIND KEIN TEIL DIESES KRIEGES“
Bezüglich der Angriffe des Iran auf einige Golfstaaten erklärte Fidan: „Die Golfstaaten hinterfragen, warum sie in diesem Konflikt ins Visier genommen werden, und betonen, dass sie keine Kriegspartei sind. Sie empfinden die Angriffe auf ihr Land als ungerechtfertigt und teilen die Ansicht, dass sie darauf reagieren müssen.“ Er wies darauf hin, dass die Golfstaaten von Anfang an erklärt hätten, dass sie ihren Luftraum und ihre Stützpunkte nicht gegen den Iran nutzen lassen würden.
Fidan unterstrich zudem, dass der Iran bei seinen Angriffen nicht nur militärische Punkte, sondern gezielt auch die wirtschaftliche Infrastruktur ins Visier nehme.
REGIONALE RISIKEN STEIGEN
Minister Fidan erklärte, dass die Golfstaaten gezwungen sein könnten, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sollte die derzeitige Spannung anhalten. Fidan äußerte sich wie folgt: „In den Treffen haben sie ihre Warnungen nach den jüngsten Angriffen noch deutlicher zum Ausdruck gebracht. Das Risiko steigt. Wir wünschen uns keinesfalls einen lang anhaltenden, umfassenden Krieg in der Region. Wir werden unsere diplomatischen Initiativen zur Beendigung des Krieges fortsetzen; es betrübt uns jedoch, die Richtigkeit unserer Prognosen von Beginn an bestätigt zu sehen.“
Bei dem Treffen in Riad wurde betont, dass die aggressiven Schritte des Iran in der Region alle Länder beeinträchtigten und jeder diese Dringlichkeit ernsthaft bewerte. Fidan merkte an, dass die Türkei ihre prinzipielle Haltung in der Außenpolitik beibehalte und sich sowohl gegen die militärische Aggression Israels als auch gegen die Bemühungen des Iran, den Krieg auf die Region auszuweiten, stelle.
Fidan erklärte, dass die Türkei eine Politik verfolge, die Stabilität in der Region priorisiere, und dass das Streben der Parteien nach Gewinnen oder Überlegenheit die Lösung erschwere. Minister Fidan betonte, dass man sowohl korrekte Analysen als auch konstruktive Lösungsvorschläge anbiete und die ausgewogene und konstruktive Außenpolitik fortsetzen werde.
In Bezug auf die Beziehungen zur Europäischen Union erinnerte Minister Fidan daran, dass die Mitgliedschaft für die Türkei weiterhin eine strategische Priorität bleibe. Fidan erklärte, dass auch auf Seiten der EU der politische Wille gestärkt werden müsse: „Die Aktualisierung der Zollunion und die Visaliberalisierung sind wichtige Themen. Unsere Gespräche dauern an. Unsere Beziehungen sind stabil; sie verschlechtern sich nicht, könnten sich aber verbessern. Der Bedarf an uns in Bereichen wie der Bekämpfung illegaler Migration und Terrorismus besteht weiterhin. Was die Visaliberalisierung betrifft, arbeiten unsere zuständigen Institutionen weiterhin an den verbleibenden sechs Punkten.“