Aydın Ünals Kommentar zu Mansur Yavaş: „Es wäre nicht überraschend, wenn er sich dieser Seite annähern würde“
Der Yeni-Şafak-Kolumnist Aydın Ünal bewertete das Treffen zwischen Mansur Yavaş und Erdoğan und verwies dabei auf Yavaş’ politische Linie sowie die Konkurrenz zu İmamoğlu.
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Das Treffen des Bürgermeisters der Stadt Ankara, Mansur Yavaş, mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat eine Debatte auf der politischen Agenda ausgelöst. Dass Yavaş nicht an den Veranstaltungen zum Jahrestag der Gründung seiner Partei teilnahm, sondern den Präsidentenpalast besuchte, wurde insbesondere im Hinblick auf die parteiinternen Machtverhältnisse der Opposition und mögliche Diskussionen um eine Präsidentschaftskandidatur interpretiert.
In den Erklärungen nach dem Treffen dominierte ein diplomatischer Ton. Yavaş erklärte, er habe Erdoğan für die Unterstützung bei Investitionen in Ankara und für den Willen, den NATO-Gipfel in Ankara abzuhalten, gedankt. Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel sagte hingegen, der Besuch habe mit Wissen und Zustimmung der Parteiführung stattgefunden.
Der Yeni-Şafak-Kolumnist Aydın Ünal, der in der regierungsnahen Sendung *Siyaseten* auf TVNET sprach, bewertete das Treffen vor dem Hintergrund von Mansur Yavaş’ politischer Vergangenheit und seiner Position innerhalb der CHP. Ünal argumentierte, dass Yavaş keine organische Verbindung zur Linken oder zur Sozialdemokratie habe, und wies auf seine rechte und nationalistische (ülkücü) Vergangenheit hin.
„Mansur Yavaş ist jemand, der mit der Republikanischen Volkspartei, mit der Linken oder der Sozialdemokratie wenig zu tun hat und eine solche Vergangenheit auch gar nicht besitzt. Er ist Anwalt und eine Persönlichkeit, deren rechte und sogar nationalistische Gesinnung im Vordergrund steht.“
Ünal behauptete zudem, dass die Debatten um eine Präsidentschaftskandidatur von Ekrem İmamoğlu auch Yavaş verärgert hätten. In seiner Bewertung in der Sendung sagte Ünal, dass İmamoğlus Verhalten, als wäre er bereits der Kandidat, Yavaş „ernsthaft gekränkt“ habe, und äußerte, dass es nicht überraschend wäre, wenn sich der Bürgermeister von Ankara im weiteren Verlauf der Regierung nahekommen würde.
„Daher wäre es nicht sehr überraschend, wenn sich Mansur Yavaş, wie du sagst, langsam dieser Seite annähert; es wäre ehrlich gesagt keine Überraschung.“
Diese Bewertung nach dem Treffen zwischen Yavaş und Erdoğan hat dazu geführt, dass die Diskussionen über Präsidentschaftskandidaturen innerhalb der Opposition sowie die politischen Kontakte über die Kommunalverwaltungen erneut in den Fokus gerückt sind.