Bahçelis Erklärung zum Rahmen-Gesetz: Mit 467 Stimmen habe ich selbst nicht gerechnet

MHP-Chef Devlet Bahçeli äußerte sich zum im Parlament verabschiedeten Rahmen-Gesetz und sagte: „Mit der Zahl 467 habe ich selbst nicht gerechnet.“

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Der MHP-Vorsitzende Devlet Bahçeli äußerte sich bemerkenswert zum im Parlament verabschiedeten „Rahmen-Gesetz“ sowie zum Präsidialsystem. In Bezug auf die Regelung, die mit 467 Stimmen in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) angenommen wurde, sagte Bahçeli: „Ehrlich gesagt habe ich selbst nicht mit der Zahl 467 gerechnet.“

In einem Gespräch mit dem Ankara-Korrespondenten von Habertürk, Nasuhi Güngör, erklärte Bahçeli, dass man im sogenannten İmralı-Prozess bisher auf „keine allzu ernsten Probleme oder Schwierigkeiten“ gestoßen sei. Bahçeli betonte, dass die Türkei im Kampf gegen den Terrorismus wichtige Fortschritte erzielt habe, und merkte an, dass man daran arbeite, wie auf Provokationen und Spannungen, die durch separatistische Aktivitäten im ganzen Land verursacht werden, reagiert werden könne.

Bahçeli ging auch auf den Handschlag mit Abgeordneten der DEM-Partei im Parlament am 1. Oktober 2024 ein, der als einer der Startpunkte des Prozesses gilt. Er bezeichnete diesen Schritt als eine notwendige Folge des Aufrufs von Präsident Recep Tayyip Erdoğan an das Parlament sowie als „humanitäre Pflicht“ und erinnerte daran, dass der Prozess seit diesem Datum intensiv diskutiert werde.

Der MHP-Chef wies darauf hin, dass die Kontakte nach der Forderung an die DEM-Fraktion, die PKK aufzulösen und die Waffen niederzulegen, an Fahrt aufgenommen hätten: „Delegationen sind nach İmralı gereist. Es gab verschiedene Kontakte. Es gab Leute, die zu uns kamen. Diese Gespräche, die damals begannen, haben den Prozess an einen produktiven Punkt geführt.“

Zur breiten Unterstützung für das Rahmen-Gesetz im Parlament sagte Bahçeli, dass der im Ausschuss erzielte Konsens und der öffentliche Meinungsaustausch zur Annahme der Regelung beigetragen hätten. Bahçeli erklärte, dass die 467 Stimmen dazu beigetragen hätten, „den gesellschaftlichen Konsens zu erweitern und die Solidarität zu stärken“.

NEUE VERFASSUNG UND SYSTEM-BOTSCHAFT

Bahçeli bekräftigte zudem seine bereits früher geäußerte Botschaft zur Änderung der Wahl- und Parteien-Gesetze. Er verteidigte das Präsidialsystem als Antwort auf den Bedarf der Türkei an politischer Stabilität, räumte jedoch ein, dass nach den vergangenen zwei Amtszeiten einige Aspekte der Systemanwendung überprüft werden müssten.

Der MHP-Chef betonte die Notwendigkeit einer neuen Verfassung für ein reibungsloses Funktionieren des Systems und sagte, dass Änderungen nicht nur durch die politischen Institutionen, sondern unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft, von Akademikern, Intellektuellen und betroffenen Kreisen diskutiert werden sollten. Bahçeli erklärte, dass Schritte zur Stärkung des Systems und zur Behebung von Mängeln im Einklang mit den Arbeiten an einer neuen Verfassung angegangen werden müssten.