Botschaft zur neuen Verfassung von der DEM-Partei-Delegation: Kışanak äußert sich kurzfristig wenig optimistisch

Bei einem Treffen mit Journalisten in Ankara betonte Mithat Sancar von der DEM-Partei die Notwendigkeit einer breiten Beteiligung, während Gültan Kışanak die Erwartungen an eine Verfassungsänderung in naher Zukunft als wenig realistisch einstufte.

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Mithat Sancar, Mitglied der İmralı-Delegation der DEM-Partei und Abgeordneter für Şanlıurfa, Çetin Arkaş, Mitglied des İmralı-Sekretariats, sowie die ehemalige Oberbürgermeisterin von Diyarbakır, Gültan Kışanak, trafen in Ankara mit Journalisten zusammen. Eines der Hauptthemen des Treffens waren die Diskussionen um eine neue Verfassung.

Sancar erklärte, dass eine neue Verfassung zwar notwendig sei, diese jedoch unter „breitester gesellschaftlicher und politischer Beteiligung“ erarbeitet werden müsse. Damit die Debatten konstruktiv verlaufen könnten, müssten die Rahmenbedingungen stimmen; Sancar wies auf die Notwendigkeit einer Grundlage hin, die frei von Praktiken und rechtlichen Regelungen sei, welche eine freie Diskussion behinderten.

Sancar äußerte sich zudem ablehnend gegenüber einer Verengung der Verfassungsdebatte auf wenige Themen. Er betonte, dass die kurdische Frage, Demokratie, Freiheitsrechte und der Rechtsstaat gemeinsam behandelt werden müssten.

Gültan Kışanak hingegen merkte an, dass seit der Verabschiedung der Verfassung vom 12. September ein breiter Konsens darüber bestehe, dass diese geändert werden müsse. Kışanak erklärte, dass die Türkei zwar eine neue Verfassung brauche, sie jedoch kurzfristig nicht optimistisch sei, dass der notwendige gesellschaftliche und politische Konsens zustande komme.

Kışanak sagte: „Mit dieser Verfassung kommen wir nicht voran. Sie trägt in ihrem Kern den Geist des Putsches. Durch die hier und da vorgenommenen Änderungen ist sie zu einem Flickenteppich geworden.“ Sie argumentierte, dass die derzeitige Verfassung den Anforderungen an eine demokratische Republik nicht gerecht werde, und wies darauf hin, dass die Frage nach dem Prozess der Verfassungsgebung ein ernstes Problem darstelle.

Kışanak forderte dringende Regelungen zur Presse- und Meinungsfreiheit, zur Versammlungsfreiheit, zur Stärkung der lokalen Demokratie sowie zur Abschaffung der Zwangsverwaltung (Kayyım) und betonte, dass die Sorgen und Fragen in der Gesellschaft ausgeräumt werden müssten.

Kışanak kritisierte zudem die direkte Verknüpfung der Debatte um eine neue Verfassung mit der Präsidentschaftswahl. Sie bezeichnete diesen Ansatz als „sehr oberflächlich“ und erklärte, dass sie kurzfristig keine Agenda für eine Verfassungsänderung sehe.