Buğra Gökce schildert SEGBİS-Anhörung: 'Ohne Anwalt und zwei Minuten...'

Der stellvertretende Generalsekretär der Stadtverwaltung Istanbul (İBB), Buğra Gökce, hat über seine Erfahrungen während der Untersuchungshaft in den sozialen Medien berichtet. Gökce erklärte, dass seine Anwälte bei der per SEGBİS durchgeführten Anhörung nicht anwesend waren, und fügte hinzu: „Ohne mich anzusehen, wurde die Fortdauer der Haft beschlossen.“

12punto

Buğra Gökce, stellvertretender Generalsekretär der İBB und Vorsitzender der İPA, der bei der Operation gegen die İBB am 19. März festgenommen wurde, äußerte sich zur einmonatigen Überprüfung seiner Untersuchungshaft.

In einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account teilte Buğra Gökce die Details der routinemäßigen Überprüfung nach dem ersten Monat seiner Inhaftierung mit der Öffentlichkeit. Gökce gab an, dass die Anhörung am 18. April nur wenige Minuten dauerte und seine Anwälte bei der per SEGBİS durchgeführten Sitzung nicht anwesend waren.


Gökce berichtete, dass der Richter mehr mit 'anderen Dingen beschäftigt' war, als ihm zuzuhören, und dass nach einer kurzen Aussage die Fortdauer der Haft angeordnet wurde.

„ES WAR EIN REINES SEGBİS-THEATER“

Gökce beschrieb die Anhörung in seiner Erklärung mit den Worten: „Es wurde eine formelle SEGBİS-Anhörung durchgeführt. Unsere Anwälte waren nicht da, und wir haben unsere Rollen so gespielt, wie sie es wollten – aus der Ferne.“ Gökce erklärte, er habe einen ähnlichen Prozess wie bei der ersten Haftentscheidung erlebt; der Richter habe ihn nicht angesehen, lediglich gefragt „Ist es vorbei?“ und unmittelbar danach die Entscheidung verkündet.

„HAFT SOLLTE DIE AUSNAHME SEIN, BESONDERS BEI POLITISCHEN THEMEN“

Gökce betonte, dass die Untersuchungshaft eine Ausnahme unter den gerichtlichen Maßnahmen sein sollte und die Freiheit nur in zwingenden Fällen eingeschränkt werden dürfe. Er fügte hinzu, dass Haftentscheidungen bei politischen und gesellschaftlichen Ereignissen eine größere Sensibilität erforderten.