Bülent Arınç' Nachricht an Ahmet Davutoğlu zur 'Gelecek Partisi': Sie hätten in der AK Parti bleiben sollen

Bülent Arınç wandte sich an Ahmet Davutoğlu, der die Entscheidung zur Auflösung der Gelecek Partisi getroffen hat, und erklärte: "Sie hätten in Verbundenheit zu unserem Anführer in der AK Parti bleiben sollen."

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Der ehemalige Parlamentspräsident Bülent Arınç bewertete die politischen Schritte von Ahmet Davutoğlu, der die Entscheidung zur Auflösung der Gelecek Partisi getroffen hat. Arınç betonte, dass er von Anfang an ethisch dagegen war, dass Davutoğlu eine Partei gründet, die der AK Parti gegenübersteht.

In einer Erklärung über sein Social-Media-Konto kritisierte Arınç die Entscheidung Davutoğlus zur Parteigründung mit den Worten: "Sie hätten in Verbundenheit zu unserem Anführer in der AK Parti bleiben und unsere Rechte auf Kritik und Vorschläge unter diesem Dach bis zum Ende nutzen sollen."

Die Gelecek Partisi wird mit einem Kongress am 22. August aufgelöst.

'IN UNSERER LINIE GIBT ES ZWEI HOCAS'

Arınç, der erklärte, dass er Davutoğlus Entscheidung, sich aus der Politik zurückzuziehen und die Partei aufzulösen, persönlich für richtig halte, zog unter Hinweis auf Necmettin Erbakan einen bemerkenswerten Vergleich.

Arınç äußerte sich wie folgt: "Ich bin der Meinung, dass dieser Prozess eine wichtige Erfahrung für unsere politische Geschichte und für Sie persönlich ist. In unserer Linie gibt es zwei Hocas. Nach unserem verstorbenen Erbakan Hoca werden Sie als zweiter genannt. Wie glücklich können Sie sich schätzen. Ich danke Ihnen für die schönen Dienste, die Sie unserem Land und unserer Nation geleistet haben, und wünsche Ihnen sowie Ihrer Frau und Ihrer Familie Gesundheit und Glück."

Ein Foto von Präsident Erdoğan und Ahmet Davutoğlu aus einer früheren Periode.

GELECEK PARTİSİ WIRD GESCHLOSSEN

Ahmet Davutoğlu hatte am 30. Juli angekündigt, dass die Gelecek Partisi, die er 2019 mit dem Anspruch einer "konservativen reformistischen neuen Mitte" gegründet hatte, sich von der politischen Bühne zurückziehen werde. Diese Entscheidung, die nach dem negativen Ausgang der Fusionsgespräche mit der Yeniden Refah Partisi und der Saadet Partisi getroffen wurde, wird mit dem Auflösungskongress am 22. August offiziell.

Ahmet Davutoğlu und Recep Tayyip Erdoğan.

DAVUTOĞLUS WARNUNG VOR 'AUTORITARISIERUNG'

Davutoğlu, der seine Entscheidung zum Rückzug aus der Parteipolitik damit begründete, "nicht Teil eines verschmutzten politischen Klimas sein zu wollen" und "eine moralische Distanz zu wahren", hatte in seinen Bewertungen in der vergangenen Woche das Präsidialsystem kritisiert.

Davutoğlu argumentierte, dass die Polarisierung, die sich von der Politik auf die Gesellschaft ausbreite, das gemeinsame Zugehörigkeitsgefühl zerstöre, und warnte davor, dass die pluralistische demokratische Rechtsordnung durch eine dauerhafte autoritäre Struktur ersetzt werden könnte. Zudem wies Davutoğlu auf die Gefahr hin, dass die durch Autoritarisierung, Korruption und Einkommensungleichheit entstehende Wutwelle in eine revanchistische Gegenmacht umschlagen könnte.