CHP-Abgeordneter Emir: 'Das Verfassungsgericht trifft von Zeit zu Zeit faire Entscheidungen'

Der CHP-Abgeordnete für Ankara, Murat Emir, erklärte, dass der Kassationshof und der Staatsrat der Regierung hörig seien, das Verfassungsgericht jedoch gelegentlich faire Urteile fälle. Emir betonte, dass das Verfassungsgericht internationale Rechtsgrundsätze nicht ohne Weiteres mit Füßen treten könne und daher von der Regierung als "unnational" betrachtet werde.

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Der CHP-Abgeordnete für Ankara, Murat Emir, äußerte sich während seiner Rede bei den Haushaltsberatungen in der Generalversammlung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM).

Murat Emir erklärte, dass der Kassationshof und der Staatsrat zwar meist zur Unterwürfigkeit neigten, das Verfassungsgericht jedoch von Zeit zu Zeit faire Entscheidungen treffe: "Wir sehen die Spuren des Rechts gelegentlich in den Entscheidungen des Verfassungsgerichts. Dies liegt daran, dass das Verfassungsgericht in Verbindung mit dem Europarat, dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und der Venedig-Kommission steht. Das Verfassungsgericht, das internationale Rechtsgrundsätze respektiert, lässt gelegentlich Fragmente des Rechts in seine Entscheidungen einfließen", merkte er an.

"STEHT IN VERBINDUNG MIT DEM EGMR UND DER VENEDIG-KOMMISSION"

Emir erklärte, er müsse leider feststellen, dass das Verfassungsgericht kein für seine Gerechtigkeit bekanntes, die Verfassung schützendes oder Grundrechte und Freiheiten verteidigendes Gericht sei: "Im Kern ist es ein Gericht, das vom Palast ernannt wurde und bei fast allen seinen Entscheidungen auf den Palast achtet. Die Türkei ist leider ein Staat ohne Verfassung; sie wurde bewusst und gewollt verfassungslos gemacht. Der Kassationshof und der Staatsrat haben sich unterworfen, aber das Verfassungsgericht trifft von Zeit zu Zeit faire Entscheidungen, weil es in Verbindung mit dem Europarat, dem EGMR und der Venedig-Kommission steht", sagte er.

Der Abgeordnete fügte hinzu: "Es kann universelle Rechtsgrundsätze nicht ohne Weiteres mit Füßen treten. Genau das ist es, was die Machthaber im Palast als unnationale Justiz bezeichnen. Für sie ist der Kassationshof national, weil er vollständig unter Kontrolle steht, aber das Verfassungsgericht gilt als unnational, weil es gelegentlich Entscheidungen über Menschenrechtsverletzungen trifft, die der Palast nicht wünscht", so Emir.