CHP-Abgeordneter Özer nimmt Justizminister Tunç ins Visier, der Bekir Bozdağ verteidigte: „Auch der Minister handelt auf Anweisung“
Nachdem das Abgeordnetenmandat von Can Atalay rechtswidrig aberkannt wurde, reagierte der CHP-Abgeordnete Özer auf Justizminister Yılmaz Tunç, der Bozdağ verteidigt hatte, welcher die Entscheidung verlesen hatte. Özer erklärte, dass sowohl Bozdağ als auch Minister Tunç auf „Anweisung“ handelten.
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Die Reaktionen auf die Verlesung der Entscheidung der 13. Zivilkammer des Kassationshofs (Yargıtay) zum Abgeordneten der Arbeiterpartei der Türkei (TİP) für Hatay, Can Atalay, während der von Parlamentsvizepräsident Bekir Bozdağ geleiteten Sitzung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) sowie auf die rechtswidrige Aberkennung von Atalays Mandat halten an.
Eine weitere Reaktion kam auf Justizminister Yılmaz Tunç, der Bozdağ, welcher die Entscheidung verlesen hatte, verteidigte.
„DER JUSTIZMINISTER ERFÜLLT NICHT SEINE EIGENTLICHE AUFGABE, SONDERN HANDELT NUR AUF ANWEISUNG“
Der CHP-Abgeordnete für Istanbul und Rechtsanwalt Turan Taşkın Özer reagierte auf die Worte von Minister Yılmaz Tunç: „Die Besetzung des Präsidiumspults im Parlament und das Werfen einer Broschüre auf unseren Parlamentsvizepräsidenten ist eine große Respektlosigkeit gegenüber dem nationalen Willen“, und sagte dazu:
„Gestern wurde in der Großen Nationalversammlung der Türkei der Wille der Nation ignoriert. Jeder Abgeordnete schwört bei seiner Ehre und seinem Gewissen, dass er sich an die Verfassung halten wird. Doch der als Parlamentsvizepräsident fungierende AKP-Abgeordnete Bekir Bozdağ handelte entgegen seinem geleisteten Eid nicht verfassungskonform, sondern auf Anweisung. Aber leider sehen wir, dass nicht nur der Parlamentsvizepräsident, sondern auch der Justizminister nicht seine eigentliche Aufgabe erfüllt, sondern nur auf Anweisung handelt. Er verteidigt die 3. Strafkammer des Kassationshofs, die aus politischen Motiven und auf Anweisung des Palastes gegen die Verfassung und die Entscheidung des Verfassungsgerichts gehandelt hat, mit der Begründung, dass ‚die Verfassung geändert werden müsse‘. Er unterstützt die Justizkrise und die Staatskrise, die fernab jeglicher staatsmännischer Verantwortung geschaffen wurden. Als wäre das nicht genug, nimmt er die Abgeordneten ins Visier, die im Parlament den Willen der Nation verteidigen. Keiner der von Ihnen angegriffenen Abgeordneten wird jemals von seinem Eid abweichen, der Verfassung treu zu bleiben.
„STATT DEN AKP-PARLAMENTSVIZEPRÄSIDENTEN ZU VERTEIDIGEN, BRINGEN SIE GERECHTIGKEIT INS LAND“
Sehr geehrter Herr Minister, ich fordere Sie auf, Ihre eigentliche Aufgabe zu erfüllen. Rufen Sie den Hohen Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK), dem Sie vorstehen, unverzüglich zum Handeln auf, insbesondere in Bezug auf Richter und Staatsanwälte, die mit Bestechungsvorwürfen und rechtswidrigen Entscheidungen in Verbindung gebracht werden, angefangen bei Ihren stellvertretenden Ministern! Arbeiten Sie für die persönlichen Rechte der Richter und Staatsanwälte, die ihre Arbeit mit Hingabe verrichten! Stehen Sie an der Seite der Anwälte, die in den Korridoren der Gerichte Gewalt erfahren! Handeln Sie schnell gegen die Menschenrechtsverletzungen in den Gefängnissen! Kümmern Sie sich gefälligst um die Forderungen nach Gerechtigkeit, die aus allen Teilen der Gesellschaft laut werden! Natürlich gehört das Pult der Großen Nationalversammlung der Türkei der edlen Nation. Aber die Partei, der Sie angehören, und das Palastregime, dem Sie unterstellt sind, sind diejenigen, die den Willen der Nation rauben, missachten und mit Füßen treten. Statt den AKP-Parlamentsvizepräsidenten zu verteidigen, der das Ansehen und die Würde der Großen Nationalversammlung der Türkei in den Schmutz gezogen hat und ohne zu zögern die Entscheidung zur Aberkennung des Mandats eines vom Volk gewählten Abgeordneten verlesen hat, bringen Sie Gerechtigkeit ins Land.“