CHP-Chef Özel mit scharfer Antwort an Erdoğan zu Hatay: „Er betreibt politische Erpressung“

Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel besuchte die Familie des Taxifahrers Oğuz Erge, der von Delil Aysal ermordet wurde. Nach dem Besuch kündigte Özel an, das Thema auf die Tagesordnung des Parlaments zu setzen. Zudem reagierte er auf die Äußerungen von Präsident und AKP-Chef Recep Tayyip Erdoğan zu Hatay und bezeichnete diese als „politische Erpressung“.

12punto

CHP-Vorsitzender Özgür Özel besuchte die Familie des Taxifahrers Oğuz Erge, der von Delil Aysal ermordet wurde.

Nach dem Besuch äußerte sich CHP-Chef Özel wie folgt:

VORSCHLAG FÜR SICHERHEITSKABINEN FÜR TAXIFAHRER

„Selbst wenn man ein Herz aus Stein hätte, macht uns dieser brutale, grausame Mord an jemandem, der sagte: ‚Könnte ich dich bei dieser Kälte draußen lassen, Bruder?‘, zutiefst betroffen. Seit ich es gesehen habe, komme ich nicht mehr davon los. Ich wollte die Familie besuchen, um zu sehen, ob wir für die Hinterbliebenen und seine Freunde etwas tun können.

Vielleicht ist der Verlust unseres Bruders Oğuz ein großer Schmerz, aber Taxifahrer erleiden ständig solche Verluste. Wir werden dieses Thema im Parlament zur Sprache bringen, um Maßnahmen zu ergreifen. Unsere Freunde werden einen Antrag für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einreichen. Es gibt das Thema Sicherheitskabinen, aber wie das umgesetzt werden kann, muss alles besprochen werden.

ANTWORT AN ERDOĞAN: „POLITISCHE ERPRESSUNG“

Als Reaktion auf die Worte von Präsident und AKP-Chef Recep Tayyip Erdoğan: „Wenn die Zentralregierung und die Kommunalverwaltung nicht Hand in Hand arbeiten, kommt nichts in diese Stadt. Ist etwas in Hatay angekommen?“, sagte Özel:

„Am 6. Februar gab es das Erdbeben. 10 unserer Provinzen waren betroffen und unsere Herzen brennen immer noch. Auch am 6. Februar werden wir alle in der Erdbebenregion sein. Aber Erdoğans Worte, dass ‚Hatay einsam zurückgeblieben ist‘, kann kein vernünftiger Mensch ertragen. Ich überlasse die politische Erpressung dem Urteil der Menschen in Hatay. Eine ältere Dame aus Hatay sagte: ‚Wir würden eher sterben, als uns zu beugen.‘

Wen meint er damit, wenn er sagt, er habe Hatay einsam zurückgelassen? Er sagt zu Menschen aller Religionen: ‚Mein Herz ist so hart wie Stein.‘

Leider betreibt er politische Erpressung. Die Menschen in Hatay werden ihm die beste Antwort darauf geben. Ich beschwere mich darüber bei unserer gesamten Nation.

Ich beschwere mich bei jedem, der ihm am 28. Mai seine Stimme gegeben hat. Kann man Erdbebenopfer bedrohen oder erpressen?

Wenn Recep Tayyip Erdoğan ein Herz aus Stein hätte, würde er so etwas nicht sagen.

Wenn es einen CHP-Anhänger gibt, der so denkt, dann soll er es nicht sein. Solche Politik und solche Politiker braucht niemand.

Der Bedarf an Wohnraum liegt bei 260.000. 98 von 100 Menschen leben entweder in Zelten oder Containern. Erdoğan wird dieses Problem auch in 4 oder 5 Jahren nicht lösen. Er versucht, die Menschen mit Kälte, Regen und Schnee zu disziplinieren. Schande! Es ist schade um jeden Atemzug, den man verschwendet, wenn man ihn als Gesprächspartner betrachtet. Ich beschwere mich bei denen, die ihn gewählt haben. Ich weiß nicht, wie ein Mensch so blind werden kann. Er muss wohl ein Herz aus Stein haben.“

Auf die Frage zur individuellen Bewaffnung antwortete Özel:

„Wir sind immer dagegen. Es wird von 30 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz gesprochen.

Wir sind dagegen, dass sie so leicht zu erwerben sind. Wir sind dagegen, dass es so weit kommt. Wir sind auch dagegen, dass dies zu einem völlig unkontrollierten Bereich wird. Sowohl für die Sicherheit der Taxifahrer als auch im Hinblick auf die individuelle Bewaffnung müssen Kontrollen durchgeführt werden. Wir als CHP sind gegen jede Art von Bewaffnung. Auch das Thema nicht registrierter Waffen ist an einem unkontrollierbaren Punkt angelangt.“

WAS WAR PASSIERT?

Präsident und AKP-Chef Recep Tayyip Erdoğan reiste anlässlich des ersten Jahrestages der Erdbeben vom 6. Februar nach Hatay. In seiner dortigen Rede sagte Erdoğan, dessen Worte an die Menschen in Hatay für Empörung sorgten:

„Wir haben unseren Bruder Mehmet Öntürk als Kandidaten der Volksallianz für die Stadtverwaltung von Hatay bekannt gegeben. Ich freue mich zu sehen, dass unser Bruder Mehmet das Wohlwollen der Menschen in Hatay genießt. Auch wenn Hatay öffentliche Investitionen vollständig erhält, ist es eine Stadt, die aufgrund mangelnder Visionen auf lokaler Ebene Schwierigkeiten hat, ihr Potenzial zu entfalten. Wenn die Zentralregierung und die Kommunalverwaltung nicht Hand in Hand arbeiten, wenn keine Solidarität herrscht, kommt nichts in diese Stadt. Ist etwas in Hatay angekommen? Im Moment ist Hatay seltsam und einsam zurückgeblieben. Die derzeitige Kommunalverwaltung in Hatay ist leider nach diesem Erdbebenereignis zu spät gekommen. Wo ist der Bürgermeister? Er ist nicht da.“