Cübbeli Ahmet nimmt Kontakt zur Menzil-Gemeinde auf und trifft Erdoğan

Nach seinem Austritt aus der İsmailağa-Gemeinde sucht Cübbeli Ahmet den Schulterschluss mit der Menzil-Gemeinde und traf sich zudem zu einem bedeutenden Gespräch mit Präsident Erdoğan.

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Nach dem Tod des Anführers der İsmailağa-Gemeinde, Hasan Kılıç, in den vergangenen Monaten führten die internen Machtkämpfe um die Führung zu erheblichen Abspaltungen. Ahmet Mahmut Ünlü (Cübbeli Ahmet) wurde zusammen mit einer Gruppe, die von İbrahim Uslu, einem Schüler von Mahmut Ustaosmanoğlu, angeführt wurde, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Nach ihrem Austritt aus der İsmailağa-Gemeinde gründeten diese Personen unter dem Namen „Müceddidiyye-Rat“ eine neue Struktur, wobei sie behaupteten, Mahmut Ustaosmanoğlu sei der „letzte Scheich“ im Müceddidiyye-Zweig des Naqshbandi-Ordens.

DEBATTE ÜBER „FÜHRUNG AUS DEM GRAB“

In jüngster Zeit sorgte eine Behauptung von Cübbeli Ahmet, die sowohl innerhalb der Gemeinde als auch in religiösen Kreisen für Empörung sorgte, für großes Aufsehen. Es wird behauptet, dass Cübbeli Ahmet den Glauben an eine „Führung aus dem Grab“ verteidigt, wonach verstorbene Heilige weiterhin spirituellen Einfluss auf weltliche Ereignisse ausüben. Er soll diese Ansicht insbesondere geäußert haben, um die Spiritualität von Ustaosmanoğlu hervorzuheben. Diese Auffassung stieß jedoch sowohl im Umfeld der İsmailağa als auch in verschiedenen anderen islamischen Gemeinschaften auf scharfe Kritik. Kritiker betonen, dass diese Ansichten dem islamischen Glauben und der Scharia widersprechen und Ähnlichkeiten mit polytheistischen Glaubensvorstellungen oder Reinkarnation aufweisen.

ANNÄHERUNG AN DIE MENZIL-GEMEINDE

Nach den Spannungen mit der İsmailağa-Gemeinde orientierte sich Cübbeli Ahmet in religiösen Kreisen neu. Zuletzt wurde eine engere Kontaktaufnahme zur Menzil-Gemeinde beobachtet. Yunus Emre Aydın, der dem prominenten Menzil-Mitglied Saki Elhüseyni nahesteht, traf sich in Bursa mit Cübbeli Ahmet. Bekanntlich hatte Cübbeli Ahmet bereits zu Jahresbeginn das Menzil-Dorf in Adıyaman besucht, um sich mit Saki Elhüseyni zu treffen. Die jüngsten Kontakte werden als Versuch gewertet, sich gegenüber der İsmailağa-Gemeinde die Unterstützung der Menzil-Anhänger zu sichern.

TREFFEN MIT ERDOĞAN IM DOLMABAHÇE-PALAST

Wie die Zeitung Cumhuriyet berichtet, wurde Cübbeli Ahmet unmittelbar nach den Gesprächen mit der Menzil-Gemeinde von Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Arbeitsbüro des Präsidenten im Dolmabahçe-Palast in Istanbul empfangen. Bezüglich des Treffens teilte Cübbeli Ahmet auf seinem Social-Media-Konto mit: „Möge Allah der Erhabene trotz der Reaktionen der Adhan-Gegner sein Tatenbuch bis zum Tag der Auferstehung offen halten, im Gedenken an die Moschee, die er bald am Kai von Kadıköy errichten wird.“

Der Akademiker Bedri Gencer, der für seine Nähe zur İsmailağa-Gemeinde bekannt ist, äußerte sich in einem Beitrag auf seinem Social-Media-Konto bemerkenswert. Gencer verwies auf die Vergangenheit und sagte: „Ich kenne Erdoğan schon sehr lange, seit seinen Jugendjahren. Erdoğan kennt Cübbeli Ahmet in- und auswendig und kann ihn nicht ausstehen. Er hat Cübbeli bereits zuvor direkt oder indirekt mehrfach gewarnt. Wenn doch nur die Wände des Çırağan-Palastes sprechen könnten.“

Gencer behauptete zudem, dass Cübbeli Ahmets Rhetorik von der „Führung aus dem Grab“ ein gefährliches Ausmaß erreicht habe, und erklärte: „Da Cübbeli Ahmets Wahn von der ‚Führung aus dem Grab‘ den religiösen Staat zu bedrohen begann, hat Erdoğan ihm gezeigt, dass die Führung nicht aus dem Grab, sondern vom Palast aus erfolgt. Die Türkei unter der Führung Erdoğans befindet sich auf dem Weg zu einer kritischen Wahl in einem Prozess der Stärkung der inneren Front. Erdoğan hat dieses Treffen mit Cübbeli, der lediglich ein Medienphänomen ist, geführt, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und sowohl sich selbst als auch seiner Anhängerschaft eine Botschaft zu senden.“