„Das Recht, gewählt zu werden, hat mir unser Präsident gegeben“ – Aufregung im Gemeinderat
Im Gemeinderat von Turgutlu sorgten die Worte der AKP-Abgeordneten Nevim Baş: „Das Recht, gewählt zu werden, hat mir unser Präsident gegeben“, für eine hitzige Debatte.
12punto
In der Gemeinde Turgutlu in der Provinz Manisa kam es während einer Gemeinderatssitzung nach einer Rede zu einem deutlichen Anstieg der Spannungen. Die AKP-Gemeinderätin Nevim Baş, die während der ordentlichen Sitzung im Februar das Wort außerhalb der Tagesordnung ergriff, äußerte sich zum Jahrestag des Prozesses vom 28. Februar.
REDE MIT BETONUNG AUF DEM 28. FEBRUAR
In ihrer Rede ging Nevim Baş auf die Benachteiligungen ein, die Frauen mit Kopftuch in der Vergangenheit erfahren hatten. Sie verwies auf den Prozess, der es ihr heute ermögliche, im Gemeinderat mit Kopftuch das Wort zu ergreifen, und drückte in diesem Zusammenhang ihren Dank an Präsident Recep Tayyip Erdoğan aus.
BÜRGERMEISTER ERGREIFT DAS WORT
Nach den Äußerungen von Baş wies der Bürgermeister von Turgutlu, Çetin Akın, auf den historischen Prozess hin, in dem Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhielten. Akın erwiderte: „Ich hätte mich gefreut, wenn Sie auch Gazi Mustafa Kemal Atatürk erwähnt hätten, der den Frauen das Wahlrecht verliehen hat.“
„DAS RECHT, GEWÄHLT ZU WERDEN, HAT MIR UNSER PRÄSIDENT GEGEBEN“
Nach diesen Worten trat Nevim Baş erneut ans Rednerpult und führte ihre Ausführungen wie folgt fort:
„Gazi Mustafa Kemal Atatürk hat den Frauen das aktive und passive Wahlrecht gegeben. Ich gratuliere den Frauen ohne Kopftuch und feiere ihren Tag. Aber das Recht, gewählt zu werden, hat mir unser Präsident am 31. Oktober 2013 gegeben.“
Auf diese Erklärung von Nevim Baş hin ergriff Bürgermeister Çetin Akın erneut das Wort. In seiner Rede äußerte er sich wie folgt:
„Damit ist hier nichts mehr zu gewinnen, Sie machen sich lächerlich. Kennen Sie die Vergangenheit und die Geschichte, bevor Sie sprechen. Ich wünschte, Sie würden etwas zu den Rentnern, den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gewerbetreibenden oder dem Sumpf aus Drogen und Bestechung sagen. Wenn Sie doch nur die offenen Wunden der Gesellschaft ansprechen würden.“