DEM-Parteivorsitzender Tuncer Bakırhan fordert Rahmengesetz: Erster Schritt zur Überwindung der historischen Schwelle durch das Recht

Der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tuncer Bakırhan, erklärte, dass ein Rahmengesetz ein Übergangsschritt sei, der Recht und Politik anstelle von Konflikten in den Vordergrund rücke.

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Der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tuncer Bakırhan, äußerte sich in seiner Rede bei der Fraktionssitzung seiner Partei im türkischen Parlament (TBMM) zu den aktuellen Diskussionen über ein Rahmengesetz. Bakırhan betonte, dass der Prozess auf eine rechtliche Grundlage gestellt werden müsse, und sagte: „Bisher wurden historische Schritte unternommen. Jetzt ist es an der Zeit, diese Schritte rechtlich zu verankern.“

Bakırhan erklärte, dass das Rahmengesetz nicht nur als technische Regelung betrachtet werden dürfe. Er argumentierte, dass das Gesetz der Beginn einer Ära sein könne, die „Politik anstelle von Waffen und Recht anstelle von Konflikten“ setze, und rief zur Stärkung der demokratischen Politik auf.

In seiner Rede betonte Bakırhan die Bedeutung einer „starken Demokratie“ und erklärte, dass freie Politik, eine gerechte Wirtschaft, ein faires Rechtssystem und eine starke Demokratie die Grundpfeiler des Zusammenlebens seien. Bakırhan fügte hinzu: „Das Rahmengesetz ist der erste Schritt, um die historische Schwelle durch das Recht zu überwinden.“

„KEIN PRIVILEGIENGESETZ“

Bakırhan stellte klar, dass es sich bei dem Rahmengesetz nicht um eine Regelung für Privilegien handele, sondern definierte es als einen Schritt, um den Übergangsprozess zur Lösung eines historischen Problems demokratisch und rechtlich abzusichern. Er betonte die Bedeutung des Gesetzes für die Behandlung der kurdischen Frage im Rahmen eines auf Verhandlungen basierenden rechtlichen Rahmens.

Bakırhan sagte, dass eine einzelne gesetzliche Regelung die seit langem bestehenden politischen und sozialen Probleme nicht über Nacht beseitigen werde, betonte jedoch, dass eine solche Regelung das Thema von der Ebene der Gewalt auf die Ebene von Politik und Recht heben könne.

Bakırhan erklärte, dass das Parlament eine Rolle für einen dauerhaften Frieden übernehmen müsse, und schlug die Einrichtung eines „Friedensbeobachtungsausschusses“ innerhalb der TBMM vor. Er forderte, dass der Prozess unter Beteiligung aller Parteien, mit demokratischer Teilhabe und Transparenz geführt werden müsse.

Bakırhan forderte, dass mit der Eröffnung des Parlaments im Herbst ein Fahrplan erstellt werden müsse. In diesem Zusammenhang rief er zu Reformen in den Bereichen gleichberechtigte Staatsbürgerschaft, demokratische Politik, Organisation von Sprache, Kultur und Glauben, lokale Demokratie, Zwangsverwaltung (Kayyım), Gerechtigkeit bei Strafen und Gleichheit bei der Strafvollstreckung auf.

Bakırhan schloss seine Rede mit den Worten: „Der August soll der Monat sein, in dem mit dem Rahmengesetz die Grundlagen für den Frieden gelegt werden. Der Oktober hingegen soll ein Frühlingsmonat für den Aufbau einer demokratischen Türkei sein.“