Die Frage, die die AKP-Kulissen im Öffnungsprozess bewegt! Die eigentliche Prüfung beginnt jetzt...

In den Kulissen der AKP dauern die Bewertungen zur Umsetzung des im Rahmen des Öffnungsprozesses verabschiedeten Rahmengesetzes an. Parteiquellen plädieren dafür, dass Mitglieder der Terrororganisation PKK, die von der Regelung profitieren wollen, individuell geprüft werden müssen, und vertreten die Ansicht, dass der Erfolg des Prozesses davon abhängt, eine erneute Bewaffnung der Organisation zu verhindern.

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Die Diskussionen über die Umsetzung des im Rahmen des Öffnungsprozesses verabschiedeten „Rahmengesetzes“ dauern innerhalb der AKP an. Wie aus einem Bericht von Cumhuriyet hervorgeht, dominiert in den Kulissen der Partei die Einschätzung, dass die Regelung zwar eine wichtige Gelegenheit bietet, den Prozess der Konfliktfreiheit zu verstetigen, die eigentliche Prüfung jedoch mit dem Rückkehrprozess der PKK-Terroristen beginnen wird.

Das Gesetz, das am 10. August mit den Ja-Stimmen von 467 Abgeordneten angenommen und am 18. August im Amtsblatt veröffentlicht wurde, wird im Lager der Regierung als eine der kritischen Phasen des Prozesses angesehen. 

Laut AKP-Quellen ist das Ziel, Mitglieder der Terrororganisation PKK, die die Waffen niederlegen und die Rechtsordnung der Republik Türkei anerkennen, in das gesellschaftliche Leben zu reintegrieren. Innerhalb der Partei wird jedoch betont, dass das Gesetz nicht bloß als Amnestiemechanismus betrachtet werden dürfe. Es wird zum Ausdruck gebracht, dass der Zweck der Regelung darin bestehe, Personen von der Organisation zu lösen, und dass sie keinen Raum dafür bieten dürfe, dass die Organisation unter anderen Namen und Methoden fortbesteht.

INDIVIDUELLE PRÜFUNG DER ANTRÄGE GEFORDERT

Eines der am intensivsten diskutierten Themen in den Kulissen ist die Frage, nach welchen Kriterien diejenigen bewertet werden sollen, die von dem Gesetz profitieren wollen. Parteiquellen plädieren dafür, jeden Antrag einzeln zu behandeln; dabei müsse die Position der Person innerhalb der Organisation, die begangenen Straftaten, die Frage, ob sie an bewaffneten Aktionen teilgenommen hat, und ob sie die Verbindung zur Organisation tatsächlich gekappt hat, untersucht werden.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Sicherheits- und Nachrichtendienste detaillierte Untersuchungen durchführen und ein regelmäßiger Informationsaustausch zwischen den öffentlichen Institutionen gewährleistet werden müsse. Innerhalb der AKP wird die Einschätzung geteilt, dass ein Bild der massenhaften und unkontrollierten Rückkehr in der Öffentlichkeit auf Ablehnung stoßen und von der Terrororganisation zu Propagandazwecken genutzt werden könnte.

Eine weitere Sorge, die in den Parteikulissen geäußert wird, ist die Möglichkeit, dass die Organisation, nachdem sie ihre bewaffnete Kapazität verloren hat, versucht, ihre Kader über Politik, Vereine, Kommunen oder andere zivile Strukturen zu schützen. Daher wird die Ansicht vertreten, dass eine klare Trennung zwischen demokratischer Politik und organisatorischen Aktivitäten erfolgen müsse.

AKP-Quellen betonen, dass das Recht der Bürger kurdischer Herkunft, Politik zu betreiben und ihre Forderungen auf demokratischer Basis zu äußern, nicht zur Debatte stehe. Demgegenüber wird jedoch erklärt, dass es nicht zugelassen werden dürfe, dass die durch die Androhung von Gewalt gestützte Organisationsdisziplin in den politischen Bereich übertragen wird.

Dass der Prozess nicht allein über Sicherheits- und Justizinstitutionen geführt werden könne, gehört ebenfalls zu den innerhalb der Partei diskutierten Themen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Regelung ihre gesellschaftliche Unterstützung verlieren könnte, wenn die Sensibilitäten der Angehörigen von Märtyrern und Veteranen nicht berücksichtigt werden.

Aus diesem Grund wird betont, dass der Öffentlichkeit klar vermittelt werden müsse, welche Gruppen unter welchen Bedingungen von dem Gesetz profitieren können. Die kontinuierliche Unterrichtung des Parlaments und die Vermeidung des Eindrucks, dass der Prozess hinter verschlossenen Türen geführt wird, zählen zu den Themen, denen in den AKP-Kulissen Bedeutung beigemessen wird.

Parteiquellen geben an, dass der Erfolg des Gesetzes nicht daran gemessen werden sollte, wie viele Personen von der Regelung profitieren, sondern daran, ob die Organisation so aufgelöst wird, dass sie nicht erneut zu Waffen und Gewalt greifen kann. Der Ansatz in Regierungskreisen wird wie folgt zusammengefasst: „Diejenigen, die eine klare Grenze zur Gewalt ziehen, in das gesellschaftliche Leben zu integrieren und zu verhindern, dass die Organisation mit anderen Mitteln erneut an Stärke gewinnt.“