Ehemalige Parlamentspräsidenten fordern: İmamoğlu soll sich in Freiheit verteidigen können
Unter der Federführung der ehemaligen Parlamentspräsidenten Hüsamettin Cindoruk, Cahit Karakaş, Mustafa Kalemli und Hikmet Çetin wurde ein Aufruf veröffentlicht, der fordert, dass sich der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, in einem Verfahren in Freiheit verteidigen kann. In dem Text, der die Unabhängigkeit der Justiz betont, wird der Schutz universeller Rechtsgrundsätze gefordert.
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Unter der Federführung des ehemaligen CHP-Vorsitzenden und Parlamentspräsidenten Hikmet Çetin haben Ahmet Hüsamettin Cindoruk, Cahit Karakaş und Mustafa Kalemli einen Aufruf veröffentlicht, der fordert, dass sich der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, in einem Verfahren in Freiheit verteidigen kann.
In dem Text, den die Journalistin Hilal Köylü über soziale Medien verbreitete, schrieben die vier ehemaligen Parlamentspräsidenten: "Die größten Hindernisse für diejenigen, die an der Macht sind, von der Gerechtigkeit abzuweichen und der Gesellschaft zu schaden, sind der demokratische Rechtsstaat und die universellen Rechtsgrundsätze", und verfassten dazu folgende Erklärung:
"DAS RECHT AUF EIN FAIRES VERFAHREN IST DIE GRÖSSTE GARANTIE FÜR ALLE BÜRGER"
"Die universellen Rechtsgrundsätze machen es zwingend erforderlich, dass das Recht in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens herrscht. Die wichtigste dieser Regeln, die in den unveränderlichen Bestimmungen der Verfassung der Republik Türkei verankert ist und durch den Artikel 'Die Republik Türkei ist ein demokratischer, laizistischer und sozialer Rechtsstaat' geschützt wird, besagt: 'Das Recht muss auf alle gleichermaßen angewendet werden, und die Justiz, die das Recht anwendet, muss unabhängig und unparteiisch sein.' Das daraus resultierende 'Recht auf ein faires Verfahren' ist die größte Garantie für alle Bürger.
BETONUNG DES 'VERTRAUENS IN DIE JUSTIZ'
Wo die Justiz nicht unabhängig ist, kann von Gerechtigkeit, Recht, Rechtsstaatlichkeit und einem Leben in Sicherheit nicht die Rede sein, denn in solchen Fällen werden Entscheidungen nicht von der Justiz, sondern von den Mächten getroffen, denen sie untersteht. Zudem müssen Ermittlungen und Gerichtsverfahren auf konkreten Beweisen beruhen und dürfen das Gewissen der Gesellschaft nicht verletzen. Das Gegenteil erschüttert das Vertrauen in die Justiz. Wo kein Vertrauen in die Justiz herrscht, kann weder von einer nachhaltigen Wirtschaft noch von Frieden und Sicherheit in irgendeinem Lebensbereich gesprochen werden.
"SELTSAME ENTSCHEIDUNG"
Das typischste Beispiel für die rechtswidrigen Handlungen der Regierung gegen viele oppositionelle Politiker – sowohl durch den Missbrauch ihrer administrativen Macht als auch durch eine Justiz, die ihre Unabhängigkeit und Unparteilichkeit verloren hat – sind die Maßnahmen gegen den Bürgermeister von Istanbul, Herrn Ekrem İmamoğlu, der auch international bekannt ist und aufmerksam beobachtet wird. Herr İmamoğlu, der bei jeder Wahl, an der er teilnahm, seine Stimmenzahl steigerte und dreimal zum Bürgermeister von Istanbul gewählt wurde, sah sich plötzlich mit der Annullierung seines vor einunddreißig Jahren an der Universität Istanbul erworbenen Diploms durch den Verwaltungsrat derselben Universität konfrontiert, nachdem er angekündigt hatte, dass seine Partei ihren Präsidentschaftskandidaten durch Vorwahlen bestimmen werde und er gerade seine landesweiten Werbereisen begonnen hatte, um seine Kandidatur bekannt zu geben. Diese seltsame Entscheidung der Universität Istanbul wurde von allen einflussreichen Juristen unseres Landes aus berechtigten Gründen scharf kritisiert.
"DASS DIE ENTSCHEIDUNG ZUR DIPLOMANNULLIERUNG NICHT ZUGESTELLT WURDE, IST EBENFALLS BEDEUTSAM"
Dass die Entscheidung der Universität Istanbul zur Diplomannullierung Herrn İmamoğlu bis heute nicht zugestellt wurde, ist ebenfalls bedeutsam.
Als ob dieser Rechtsverstoß nicht genug wäre, wurde Herr Ekrem İmamoğlu unmittelbar danach, nur einen Tag vor dem von seiner Partei angesetzten Termin für die Vorwahlen, unter dem Vorwurf der 'Beziehungen zu Terrororganisationen' und 'Korruption' festgenommen. Er wurde aufgrund der abstrakten Aussagen von 'geheimen Zeugen', deren Herkunft und Beschaffung unbekannt sind, wegen 'Korruption' inhaftiert.
FORDERUNG NACH 'VERFAHREN IN FREIHEIT'
Wie in modernen Rechtssystemen ist auch in unseren Straf- und Strafprozessordnungen die Untersuchungshaft nicht als Strafe, sondern als Maßnahme geregelt. Die Untersuchungshaft ist eine Maßnahme, die nur für Verdächtige vorgesehen ist, bei denen ernsthafte Zweifel bestehen, konkrete Beweise für eine Straftat vorliegen und Fluchtgefahr besteht. Herr Ekrem İmamoğlu ist eine Persönlichkeit, die nicht nur in unserem Land, sondern auch international bekannt ist und deren Amt und Wohnsitz feststehen. Es ist unmöglich, bei einer Person in einer solchen Position eine Fluchtgefahr anzunehmen.
Wir als ehemalige Parlamentspräsidenten teilen der Öffentlichkeit mit, dass wir fordern, dass das Recht in unserem Land herrscht, auf alle gleichermaßen angewendet wird, die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz gewährleistet wird und das Verfahren in Freiheit zur Grundlage gemacht wird, damit der Status unseres Landes als 'demokratischer Rechtsstaat' und seine Wirtschaft keinen weiteren Schaden nehmen. Wir sprechen allen unsere Ehrerbietung aus."