Ekrem İmamoğlu: Demokratische Prozesse in der Türkei unter ernster Bedrohung

Der Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu erklärte in einem Gastbeitrag für The Guardian, dass die demokratischen Prozesse in der Türkei unter einer ernsten Bedrohung stünden.

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Ekrem İmamoğlu, der im Marmara-Gefängnis in Silivri inhaftiert ist, äußerte in einem Artikel für die britische Zeitung The Guardian, dass der Druck auf die Opposition in der Türkei zugenommen habe.

İmamoğlu erinnerte daran, dass er im vergangenen Jahr zum zweiten Mal zum Bürgermeister von Istanbul gewählt wurde, und schilderte die Schwierigkeiten, mit denen er in diesem Prozess konfrontiert war.

Die Annullierung seines Universitätsdiploms während des Präsidentschaftskandidaturprozesses und die anschließenden Vorwürfe verschiedener Straftaten gehörten zu den Themen, auf die İmamoğlu aufmerksam machte. İmamoğlu, der angab, seit sechs Monaten aufgrund der Aussagen von Zeugen, deren Identität nicht offengelegt wurde, im Gefängnis zu sitzen, betonte, dass oppositionelle Bürgermeister in der gesamten Türkei mit ähnlichem Druck konfrontiert seien.

DRUCK AUF DIE OPPOSITION

İmamoğlu argumentierte, dass die Regierung die CHP ins Visier nehme und versuche, die Führung der Partei zu neutralisieren. Die Annullierung des Istanbuler Parteikongresses sowie die Absetzung des Parteivorsitzenden und die Einsetzung eines Zwangsverwalters bedeuten laut İmamoğlu das Ende des politischen Pluralismus. Er erklärte, dass die Bemühungen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, die Opposition neu zu formen, die Türkei auf einen autoritären Weg führten.

REAKTION DER BEVÖLKERUNG UND ZUKUNFTSPLÄNE

İmamoğlu betonte, dass sich die Bevölkerung nicht mehr täuschen lasse und friedliche Proteste organisiere. Er sagte, dass sich die 150-jährige demokratische Tradition der Türkei in diesen Protesten widerspiegele, und kündigte an, dass die CHP einen Fahrplan für einen demokratischen Übergang vorbereitet habe. Dieser Plan beinhalte Ziele wie den Gewinn von Wahlen, die Stabilisierung der Wirtschaft und die Gewährleistung der Unabhängigkeit der Justiz.

Abschließend betonte İmamoğlu, dass der Kampf der Türkei für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit nicht nur für die Türkei, sondern für die ganze Welt von Bedeutung sei. Er drückte seine Überzeugung aus, dass der Wille des Volkes siegen werde, und sagte, dass demokratische Werte durch einen strategischen Ansatz wiederbelebt werden könnten.