Ekrem İmamoğlu spricht mit der Financial Times und richtet sich an Erdoğan
Der Bürgermeister von Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu, äußerte sich gegenüber der britischen Zeitung Financial Times: "Wenn er die Politik, in der der Wille einer einzigen Person den Staat dominiert, nicht aufgibt, sollte er sich um seine politische Zukunft sorgen. Wenn Erdoğan die Botschaft der Wähler nicht versteht und so weitermacht wie bisher, wird sich seine politische Lebensdauer verkürzen. Alles liegt in seiner Hand", sagte er in Richtung des AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.
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Während die Türkei die Kommunalwahlen vom 31. März hinter sich lässt, fanden die Wahlergebnisse auch in der Weltpresse breite Beachtung.
Der wiedergewählte Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu gab der in Großbritannien ansässigen Zeitung Financial Times ein Interview.
In einem Gespräch mit dem Türkei-Korrespondenten der Zeitung äußerte sich İmamoğlu zu zahlreichen Themen. Die Zeitung titelte: "Der siegreiche Bürgermeister von Istanbul sagt Erdoğan, er solle auf die 'Botschaft' der Wähler hören" und erinnerte daran, dass İmamoğlus Wiederwahl die Opposition wiederbelebt habe.
İMAMOĞLU RICHTET SICH AN ERDOĞAN
İmamoğlu richtete sich auch direkt an Erdoğan und warnte: "Wenn er die Politik, in der der Wille einer einzigen Person den Staat dominiert, nicht aufgibt, sollte er sich um seine politische Zukunft sorgen. Wenn Erdoğan die Botschaft der Wähler nicht versteht und so weitermacht wie bisher, wird sich seine politische Lebensdauer verkürzen. Alles liegt in seiner Hand."
"WIR KÖNNEN ES IN ANFÜHRUNGSZEICHEN EIN AUTORITÄRES REGIME NENNEN"
İmamoğlu kommentierte: "Es hat sich zu einem Regime, zu einem System entwickelt, in dem nicht einmal ein Abteilungsleiter einer Institution in Istanbul seine bestehende Befugnis ohne politische Anweisung nutzen kann. Es gibt uns eine Staatsstruktur, die den Willen einer einzigen Person widerspiegelt." Er fügte hinzu: "Wir können dies in Anführungszeichen ein autoritäres Regime nennen. Aber ich denke, dass dieses Wahlergebnis letztlich all diese Methoden und all diese Praktiken verurteilt und abgelehnt hat."
"DIE PERSON, DIE ANGST HABEN MUSS, KÖNNTE ERDOĞAN SEIN"
Bezüglich der Wahlen vom 31. März sagte İmamoğlu: "Dies war keineswegs nur eine Wahl in Istanbul. Sie hat sich zu einer Wahl entwickelt, bei der der Präsident [sich selbst] zum Gegenüber erklärt hat." Auf die Frage der Financial Times, ob er sich wegen der gegen ihn laufenden Gerichtsverfahren Sorgen mache, antwortete er: "Die Person, die Angst haben muss, könnte Erdoğan sein."