Erdoğan: Wir haben Netanyahu gestrichen und aussortiert

Der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan antwortete auf dem Rückflug aus Kasachstan auf Fragen von Journalisten und äußerte sich zum israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu: "Netanjahu ist für uns kein Gesprächspartner mehr. Wir haben ihn gestrichen und aussortiert."

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Der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan beantwortete auf dem Rückflug aus Kasachstan, wo er am 10. Gipfeltreffen des Rates der Staatschefs der Organisation der Turkstaaten teilgenommen hatte, die Fragen von Journalisten.

Auf die Frage „Ist Israel nach diesen Massakern für Sie kein Gesprächsthema mehr? Werden Sie mit Israel sprechen?“ antwortete Erdoğan: „Ich habe derzeit keinen Kontakt. Unser Geheimdienstchef İbrahim Kalın führt Gespräche mit der israelischen Seite. Natürlich spricht er auch mit Palästina und der Hamas. Ich möchte eines sagen: Netanjahu ist für uns kein Gesprächspartner mehr. Wir haben ihn gestrichen und aussortiert. Die Entscheidung darüber werde ich bei den Gesprächen treffen, die wir auf dem Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit führen werden. Aber abgesehen davon, die Beziehungen komplett abzubrechen – so etwas gibt es in der internationalen Diplomatie nicht.“

„WIR KÖNNEN GARANTIEMACHT SEIN“

Auf die Frage „Wenn Themen wie die Garantenrolle oder eine internationale Friedenstruppe auf die Tagesordnung kommen, wird sich die Türkei an solchen militärischen Formationen beteiligen?“ antwortete Erdoğan wie folgt:

„Wir haben das Thema der Garantenrolle seit Beginn dieser Ereignisse ständig angesprochen und tun dies weiterhin. Wir haben gesagt: Wenn der Türkei eine Garantenrolle zufällt, sind wir bereit, diese Aufgabe zu übernehmen; wir können eine Garantiemacht sein. In Zypern können Griechenland und Großbritannien Garantiemächte sein; wenn die Türkei ohnehin eine Garantiemacht ist, warum sollte es in Gaza keine ähnliche Struktur geben? Was könnte natürlicher sein, als dass die Türkei in Gaza eine Garantiemacht wird? Wir können also auch dort die Rolle einer Garantiemacht übernehmen. Wie das aussehen wird, werden die Ereignisse zeigen, das wird die Zeit zeigen. Es wird eine Sicherheitsdimension geben, eine politische Dimension wird es ohnehin geben, und darüber hinaus gibt es bereits die historische und kulturelle Dimension. Es handelt sich um eine Struktur, die von diesem historischen Hintergrund geprägt ist, und als Türkei müssen wir eine führende Rolle übernehmen. Dies wird eine Entwicklung sein, die Geschichte, Gegenwart und Zukunft gewissermaßen formt.“