Erklärung von Dervişoğlu nach Handschlag mit Bahçeli: 'Er hat ein Anrecht auf meinen Respekt'
Der Vorsitzende der İYİ-Partei, Müsavat Dervişoğlu, hat sich zu seinem Handschlag mit MHP-Chef Devlet Bahçeli geäußert. Dervişoğlu erklärte: "Natürlich schüttle ich respektvoll die Hand."
12punto
Nachdem MHP-Chef Devlet Bahçeli den PKK-Anführer Abdullah Öcalan dazu eingeladen hatte, vor das Parlament zu treten, verschärften sich die Spannungen mit der İYİ-Partei. Der Vorsitzende der İYİ-Partei, Müsavat Dervişoğlu, hatte während einer Fraktionssitzung seiner Partei ein Lasso in Richtung Bahçeli geworfen und damit scharf auf die Äußerungen des MHP-Chefs reagiert. Nachdem sich die beiden Politiker am 29. Oktober, dem Tag der Republik, nach den eskalierten Spannungen die Hand reichten, rückten diese Momente erneut in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.
Die Bilder des Handschlags lösten Diskussionen über einen "neuen Lösungsprozess" aus. Der Vorsitzende der İYİ-Partei, Müsavat Dervişoğlu, beantwortete diesbezüglich Fragen der HaberTürk-Kolumnistin Nagehan Alçı. Dervişoğlu sagte: "Natürlich schüttle ich respektvoll die Hand eines Menschen, der ein Anrecht auf meinen Respekt hat."
Dervişoğlu äußerte sich wie folgt:
"Protokollarisch bedingt gingen Devlet Bey und ich nebeneinander. Natürlich schüttle ich respektvoll die Hand eines Menschen, der ein Anrecht auf meinen Respekt hat. Das Problem ist nicht das Händeschütteln, sondern das Ausstrecken der Hand. Ich sehe ein Problem darin, wem sie die Hand reichen. Man kann den Schlüssel zur Lösung des Problems nicht in die Hände des Mörders von 50.000 Menschen legen. Zumal dies bereits zuvor versucht wurde. Sogar Briefe wurden verlesen. War man damit erfolgreich? Nein! Erstens ist das Timing falsch. Sehen Sie, dieses Thema ist eine blutende Wunde der Türkei. Wir müssen das lösen. Aber wir müssen uns dem Thema mit einem ganzheitlichen historischen Bewusstsein nähern. Man kann die Schnittpunkte zwischen den Forderungen unschuldiger Kurden und denen der Separatisten finden. Ich spreche nicht zu harten nationalistischen Reflexen. Dieses Thema wird nicht auf diese Weise auf die Tagesordnung gesetzt. Daraus werden neue Diskussionen entstehen, Schlagzeilen über eine zweite Republik werden aufkommen, früher Gesagtes wird hervorgekramt werden… Die Türkei kann diese Spannung derzeit nicht verkraften."
Dervişoğlu verteidigte zudem die Ansicht, dass der Vorstoß des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel, "Ich erhöhe den Einsatz. Ich verspreche den Kurden einen Staat", falsch gewesen sei, und sagte: “Das war sehr falsch. Verantwortungsbewusste Politik kann so nicht gemacht werden.”