„Terror“-Ermittlungen gegen İmamoğlu: Gerüchte über Zwangsverwaltung der Stadtverwaltung Istanbul! Innenministerium bereitet sich vor
Nach dem Start von Ermittlungen wegen „städtischen Konsenses“ und Terrorvorwürfen gegen Ekrem İmamoğlu kursieren in politischen Kreisen Gerüchte über die Einsetzung eines Zwangsverwalters für die Stadtverwaltung Istanbul (İBB). Es wird behauptet, dass das Innenministerium entsprechende Vorbereitungen treffe.
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Die Staatsanwaltschaft Istanbul hat ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den Bürgermeister der Stadtverwaltung Istanbul, Ekrem İmamoğlu, eingeleitet. Nach der Festnahme von İmamoğlu wurde zudem ein Verfahren wegen des Vorwurfs der „Unterstützung einer Terrororganisation“ gegen ihn eröffnet. Die Staatsanwaltschaft leitete darüber hinaus eine zusätzliche Untersuchung gegen İmamoğlu im Rahmen der Aktivitäten unter dem Namen „städtischer Konsens“ ein.
Nach Bekanntwerden dieser Ermittlungen kamen in politischen Kreisen in Ankara verstärkt Gerüchte auf, dass für die Stadtverwaltung Istanbul (İBB) ein Zwangsverwalter eingesetzt werden könnte. Es wird behauptet, dass das Innenministerium Vorbereitungen in diese Richtung treffe.
HAFTBEFEHLE AUCH GEGEN HOCHRANGIGE PERSONEN
Im Rahmen der Ermittlungen wurden nicht nur gegen İmamoğlu, sondern auch gegen einige hochrangige Personen innerhalb der Stadtverwaltung Haftbefehle erlassen. Es wurde mitgeteilt, dass gegen den stellvertretenden Generalsekretär der İBB, Mahir Polat, den Bürgermeister von Şişli, Resul Ekrem Şahan, den Vorsitzenden des Reforminstituts, Mehmet Ali Çalışkan, und die stellvertretende Bürgermeisterin von Şişli, Ebru Özdemir, wegen des Vorwurfs der Unterstützung einer Terrororganisation Haftbefehle erlassen wurden.
ZWANGSVERWALTUNG IN POLITISCHEN KREISEN DISKUTIERT
Die Behauptungen wecken Erinnerungen an die Entscheidung, im Rahmen von Terrorermittlungen einen Zwangsverwalter für die Stadtverwaltung Esenyurt einzusetzen. In politischen Kreisen wird darüber gesprochen, dass ein ähnlicher Schritt auch für die Stadtverwaltung Istanbul unternommen werden könnte.
Die Staatsanwaltschaft Istanbul hat gegen İmamoğlu Haftbefehle wegen zweier verschiedener Straftatbestände erlassen. In der Erklärung zu dem wegen Terrorvorwürfen erlassenen Haftbefehl heißt es:
„Im Rahmen der von unserem Terrorermittlungsbüro der Staatsanwaltschaft geführten Ermittlungen wurde festgestellt, dass die PKK/KCK-Terrororganisation zur Steigerung ihrer Aktivitäten in Metropolen, insbesondere in Istanbul, bei den Kommunalwahlen am 31.03.2024 die Aktivität des ‚städtischen Konsenses‘ umsetzte. Die Terrororganisationsführer CUMA (Deckname) Cemil BAYIK und HÜSEYİN AVAREŞ (Deckname) Mustafa KARASU hätten vor den Wahlen ihre Ansichten und Anweisungen über mediale Kanäle, die der Terrororganisation nahestehen, übermittelt. Es lägen Erkenntnisse vor, dass der Bürgermeister der Stadtverwaltung, Ekrem İmamoğlu, für die Kommunalwahlen in Istanbul auf Basis des ‚städtischen Konsenses‘ ein Bündnis mit der Dachorganisation Halkların Demokratik Kongresi (HDK) eingegangen sei, was von Medien, die der Terrororganisation nahestehen, verkündet wurde. Die HDK-Struktur, mit der vor den Kommunalwahlen in Istanbul ein Bündnis geschlossen wurde, sei laut Berichten der Anti-Terror-Abteilung der Generaldirektion für Sicherheit eine ähnliche Struktur wie der vom Kassationsgericht als Dachorganisation der Terrororganisation anerkannte Demokratik Toplum Kongresi (DTK) und fungiere als alternatives Parlament zur TBMM. Aufgrund dieser Feststellung seien in vielen Provinzen, insbesondere in unserer Stadt, gleichzeitige Festnahme- und Durchsuchungsaktionen gegen HDK-Mitglieder durchgeführt worden, die Ermittlungen seien eingeleitet worden und dauerten an...“
18 ORGANISATIONSMITGLIEDER INHAFTIERT
„Zudem zeigt eine Untersuchung der über das CHP-Kontingent gewählten Gemeinderatsmitglieder und der ernannten stellvertretenden Bürgermeister aufgrund der genannten Erkenntnisse, dass ein Teil von ihnen Verbindungen zur Terrororganisation unterhält und erst wenige Tage vor der Kommunalwahl am 31.03.2024 der CHP beigetreten ist. Bisher wurden von den über das CHP-Kontingent gewählten Gemeinderatsmitgliedern und ernannten stellvertretenden Bürgermeistern in verschiedenen Bezirken Istanbuls, darunter die stellvertretenden Bürgermeister von Ataşehir und Kartal sowie 8 İBB-Gemeinderatsmitglieder, insgesamt 10 Personen identifiziert, die in HDK-Daten auftauchen und als Organisationsmitglieder eingestuft wurden; sie wurden im Rahmen unserer Ermittlungen festgenommen und inhaftiert. Außer diesen Personen wurden 8 weitere Gemeinderatsmitglieder aufgrund anderer Verbindungen zur Terrororganisation außerhalb der HDK im Rahmen unserer Ermittlungen inhaftiert. Bisher wurden somit 18 Gemeinderatsmitglieder als Mitglieder der Terrororganisation inhaftiert, die Ermittlungen gegen die übrigen Verdächtigen dauern an...
Den im Rahmen der Ermittlungen erlangten Informationen und Dokumenten zufolge sind der Bürgermeister der Stadtverwaltung Istanbul, Ekrem İMAMOĞLU, der stellvertretende Generalsekretär der İBB, Mahir POLAT, der Bürgermeister von Şişli, Resul Ekrem ŞAHAN, der Vorsitzende des Reforminstituts, Mehmet Ali ÇALIŞKAN, der flüchtige Verdächtige A.B., der als in der ideologischen Struktur der PKK/KCK-Terrororganisation tätig identifiziert wurde, der Mitarbeiter von SPECTRUM HOUSE, H.A. (bei dem 2018 Erkenntnisse über die Rekrutierung von Personal für das ländliche Gebiet der Terrororganisation vorlagen), und die stellvertretende Bürgermeisterin von Şişli, Ebru ÖZDEMİR, gemeinsam an der Aktivität des ‚städtischen Konsenses‘ beteiligt. Zudem wurden innerhalb der İBB-Tochtergesellschaften İstanbul Planlama Ajansı und BİMTAŞ Mitglieder/Sympathisanten der Terrororganisation eingestellt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Verdächtige Ekrem İMAMOĞLU bei den Kommunalwahlen gemeinsam mit anderen Verdächtigen die Listen der Gemeinderatsmitglieder mit seiner Zustimmung festlegte, wird davon ausgegangen, dass er durch die bewusste Teilnahme an der Aktivität des ‚städtischen Konsenses‘, die das Ziel verfolgt, die Wirksamkeit in Metropolen zu erhöhen, wie es auch von der Führung der Terrororganisation geäußert wurde, den Straftatbestand der Unterstützung der PKK/KCK-Terrororganisation erfüllt hat. Gegen die genannten (7) Verdächtigen wurde die Anti-Terror-Abteilung der Polizeidirektion Istanbul angewiesen, zum 19.03.2025, 06.15 Uhr, gleichzeitige Festnahme-, Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsmaßnahmen durchzuführen.“