Fatih Altaylı kritisiert die Geschäftswelt scharf: 'Erdoğan behandelt sie so, wie sie es verdienen'
Der seit fünf Monaten inhaftierte Journalist Fatih Altaylı kritisierte das Schweigen der Geschäftswelt zu seiner Inhaftierung und sagte: „Erdoğan behandelt sie so, wie sie es verdienen.“ Altaylı bezeichnete die Geschäftswelt als „mit Kupfer überzogene Kleinstadt-Händler“.
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Der Journalist Fatih Altaylı, der seit 5 Monaten im Gefängnis Marmara (Silivri) inhaftiert ist, kritisierte die ausbleibende Reaktion der Geschäftswelt auf seine Inhaftierung scharf. In einer Erklärung gegenüber dem T24-Kolumnisten Yalçın Doğan aus dem Gefängnis sagte Altaylı: „Die Rechtswidrigkeit liegt offen zutage. Aber nicht eine einzige Person aus der Geschäftswelt hat darauf reagiert.“
„KEINE TÜRKISCHE BOURGEOISIE, SONDERN KLEINSTADT-HÄNDLER“
Fatih Altaylı betonte, dass jeder sehe, dass seine Inhaftierung rechtswidrig sei, die Geschäftswelt jedoch schweige. Er äußerte sich wie folgt: „Man spricht von einer türkischen Bourgeoisie und Ähnlichem, aber sie sind keine Bourgeoisie. Sie sind alle nur mit Kupfer überzogene Kleinstadt-Händler. Sie repräsentieren nicht die Gesellschaft; die wahre Oberschicht neben ihnen ist die verbleibende Mehrheit des Volkes.“
„ERDOĞAN BEHANDELT SIE SO, WIE SIE ES VERDIENEN“
Altaylı kritisierte zudem, dass die Geschäftswelt aus Anbiederung an die Regierung keine Werbung in oppositionellen Medien schalte und nur regierungsnahe Sender unterstütze. Altaylı sagte, Erdoğan kenne die Seele der Geschäftswelt genau: „Tayyip Erdoğan hat ihre Seele durchschaut und behandelt sie so, wie sie es verdienen.“
„NIEMAND ERHEBT SEINE STIMME GEGEN DIE RECHTSWIDRIGKEIT“
Altaylı erklärte, dass die Rechtswidrigkeit seiner Inhaftierung für ihn immer deutlicher werde, die Geschäftswelt dennoch schweige. Er fügte hinzu: „Zu meinem Publikum gehören sowohl AKP- als auch MHP-Anhänger. Sie alle wurden auf die gleiche Weise beschuldigt, aber nicht verurteilt. Diese Situation zeigt mir einmal mehr, dass ich anders behandelt werde und dass es keinen Rechtsstaat gibt.“