Barzanis Besuch in Şırnak löste eine Krise aus: Auch die MHP reagiert auf Ali Yerlikaya! Wackelt sein Stuhl?
Dass Barzani bei einer Veranstaltung in Şırnak gemeinsam mit Peschmerga-Kämpfern in Bordo-Bereli-Uniform auftrat, hat in Ankara für große Diskussionen gesorgt. Während MHP-Chef Bahçeli und Parteimitglieder die Situation scharf kritisierten, kam nun auch von der MHP Kritik an Innenminister Yerlikaya.
Das Symposium, an dem der ehemalige Präsident der Region Kurdistan (IKBY), Masud Barzani, in Şırnak teilnahm, hat in Ankara eine Krise ausgelöst.
Die Veranstaltung wurde von uniformierten Peschmerga-Kämpfern mit Bordo-Berets und Langwaffen begleitet.
Die Anwesenheit dieser bewaffneten Peschmerga bei Barzanis Besuch stieß insbesondere im Hinblick auf die Souveränitätsrechte der Türkei auf heftigen Widerstand.
MHP-Parteivorsitzender Devlet Bahçeli bezeichnete die bewaffneten Peschmerga, die bei dem Symposium in Şırnak zu sehen waren, als „schlichtweg eine Schande“.
Bahçeli erklärte, dass das Umherlaufen ausländischer uniformierter Soldaten mit Langwaffen auf türkischem Staatsgebiet eine Verletzung der Souveränitätsrechte der Republik Türkei darstelle und bezeichnete die Situation als „vorsätzlichen Angriff auf das Ansehen der Republik Türkei“.
Nach den Reaktionen leitete das Innenministerium eine Untersuchung ein und beauftragte zwei Inspektoren mit dem Fall. Das Ministerium prüft derzeit die Umstände der Anwesenheit der bewaffneten Peschmerga bei Barzanis Veranstaltung.
Prof. Dr. Ruhi Ersoy, Chefberater des MHP-Vorsitzenden Bahçeli, betonte in seinen Stellungnahmen nach dem Vorfall, dass es bei der Steuerung des Prozesses zu Versäumnissen gekommen sei.
Ersoy erklärte, die Verantwortung für die jüngsten Sicherheitsvorfälle und die Bilder des Symposiums in Şırnak, die das nationale Gewissen belasteten, liege bei denjenigen, die den Prozess nicht steuern konnten. Ersoy äußerte: „Auch wenn diejenigen, die den Prozess nicht steuern konnten, einen Sündenbock auf niedriger Ebene finden und das Thema schließen, wird die Wahrheit weiterhin im Raum stehen!“
Ersoy nahm Innenminister Ali Yerlikaya ins Visier und argumentierte, dass eine Mentalität, die die Agenda nach der momentanen Beliebtheit in den sozialen Medien bestimme, nicht mehr Subjekt, sondern Objekt der Ereignisse geworden sei. Er sagte: „Es ist zwingend erforderlich, dass Entscheidungsträger in staatlichen Ämtern einen Ansatz verfolgen, der auf besonnener Analyse, strategischer Voraussicht und Bewertung basiert, anstatt sich nach den vorübergehenden Wellen der sozialen Medien zu richten.“
ANSPELUNG AUF YERLIKAYA DURCH MHP-POLITIKER İSMAİL ÖZDEMİR
Der stellvertretende MHP-Vorsitzende İsmail Özdemir äußerte scharfe Kritik an Innenminister Ali Yerlikaya. In einem Beitrag auf seinem Social-Media-Account am 14. September 2025 schrieb Özdemir: „Anstatt einer Mentalität, die es sich zur Aufgabe macht, statistische Daten zu teilen, braucht es einen Willen, der die HELDEN schützt und keine Schwäche zeigt.“
Özdemirs Worte wurden als Anspielung darauf interpretiert, dass Yerlikaya häufig Statistiken über die Erfolge der dem Innenministerium unterstellten Einheiten im Kampf gegen die Kriminalität teilt.
ÄNDERUNGEN IN DER POLIZEIBÜROKRATIE SORGEN FÜR DISKUSSIONEN
Hinter den Kulissen von Özdemirs Äußerungen sollen die Änderungen stehen, die mit dem am 11. September im Amtsblatt veröffentlichten Polizeidekret vorgenommen wurden.
Die bemerkenswerteste Änderung war die Abberufung des Leiters der Spezialeinheiten, Süleyman Karadeniz, und seine Versetzung zum Polizeipräsidenten der Provinz Muğla. Karadeniz war am 8. Jahrestag des Putschversuchs vom 15. Juli dadurch aufgefallen, dass er dem MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli die Hand küsste.
Der MHP-Chefberater Yıldıray Çiçek erklärte in seinem Artikel in der Zeitung Türkgün, dass mit dem jüngsten Dekret die Machtverhältnisse innerhalb der Polizeibürokratie und der Volksallianz (Cumhur İttifakı) erneut zur Debatte stünden.
Çiçek sagte: „Die Behauptungen aus dem MHP-Lager, dass ‚nationalistische Polizisten aussortiert werden‘, und die Warnungen vor einer ‚neuen Parallelstruktur‘ zeigen, dass die Spannungen zwischen den Regierungspartnern deutlicher sichtbar werden.“