Brisante Behauptung zum Öffnungsprozess: Zahlreiche Abgeordnete sind besorgt
Der Vorsitzende der İYİ-Partei, Müsavat Dervişoğlu, kritisierte die Geheimhaltung der İmralı-Gespräche und erklärte, dass nicht nur seine eigene Partei, sondern auch zahlreiche Abgeordnete innerhalb der AKP und MHP den Prozess ablehnen.
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Die Aussage, die neue Diskussionen entfachte, stammt vom Vorsitzenden der İYİ-Partei, Müsavat Dervişoğlu. In einem Interview bei Now TV äußerte sich Dervişoğlu kritisch zu den Besuchen auf der Gefängnisinsel İmralı.
Dervişoğlu kritisierte, dass der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird, und äußerte sich ablehnend gegenüber der Tatsache, dass Vertreter der AKP, MHP und DEM-Partei im Rahmen der im Parlament gegründeten „Kommission für nationale Solidarität, Brüderlichkeit und Demokratie“ die Insel besuchten.
GEHEIM GEFÜHRTER PROZESS SORGT FÜR DISKUSSIONEN
Dervişoğlu verwies auf die Aussage des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel, wonach die AKP ihm angeboten habe: „Kommen Sie auch mit, es werden keine Aufnahmen gemacht, niemand muss erfahren, wer dort war.“ Dervişoğlu betonte, wie problematisch es sei, den Prozess vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
Er argumentierte, dass die Geheimhaltung ein „Zeichen für ein geplantes Vorgehen“ sei und betonte, dass alle Entwicklungen offen mit der Gesellschaft geteilt werden müssten.
Dervişoğlu erklärte: „Bevor man dorthin reist, hätte das Volk informiert werden müssen. Jeder Prozess, der im Geheimen geführt wird, beinhaltet einen Plan.“
Auf Fragen zu den Gesprächen mit dem Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, äußerte Dervişoğlu sein Unbehagen. Auf die in der Öffentlichkeit diskutierte Frage, ob Öcalan freigelassen werden könnte, antwortete er: „Das ist das Ergebnis des Schrittes, der hier vollzogen werden soll.“
Dervişoğlu deutete an, dass versucht werde, Öcalan durch das Parlament zu legitimieren, und sagte: „Diejenigen, die Öcalan damals nicht ins Parlament bringen konnten, haben nun das Parlament zu ihm gebracht, um eine Grundlage für seine Legitimität zu schaffen.“
ANTWORT AN BAHÇELİ
Auf die Erinnerung an die Worte des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli, „Der Terror soll enden, wenn nötig soll unser Ende der Galgen sein“, entgegnete Dervişoğlu, dass er niemanden befürworte, der hingerichtet werde, aber einen politischen Kampf gegen Schritte führe, die der Türkei schaden könnten.
Dervişoğlu betonte, dass Terrororganisationen weiterhin eine Bedrohung für die Türkei darstellten. Er kritisierte, dass sich der Staat bei der Strategieentwicklung nur auf Öcalan konzentriere, und fragte: „Gibt es in diesem Land keine Staatsmänner mehr, die Politik bestimmen können?“
BRISANTE BEHAUPTUNG ZUM PROZESS
Die bemerkenswerteste Aussage von Dervişoğlu war seine Behauptung, dass es nicht nur in der İYİ-Partei, sondern auch in anderen Parteien Widerstand gegen den İmralı-Prozess gebe.
Dervişoğlu äußerte sich wie folgt:
„Nicht nur İYİ-Parteimitglieder; ich weiß, dass es auch innerhalb der Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP) und der Milliyetçi Hareket Partisi (MHP) zahlreiche Freunde gibt, die sich gegen diese Entwicklung stellen. Wir kennen diese Abgeordneten persönlich. Sie sagen, dass dieser Weg falsch ist und man sich dafür vor dem Volk nicht rechtfertigen kann.“
EINSCHÄTZUNG ZU ERDOĞANS „ZWEI HÜTEN“
Dervişoğlu bewertete auch den Ansatz von Präsident Erdoğan und behauptete, dass Erdoğan in seiner Doppelrolle als Staatspräsident und AKP-Vorsitzender unterschiedliche Positionen einnehme.
Auf die Frage zu den jüngsten Äußerungen des ehemaligen CHP-Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu antwortete Dervişoğlu kurz: „Das fand ich nicht überraschend.“