Justizministerium hatte es dementiert: Wird es ein Treffen zwischen Bahçeli und Demirtaş geben?
Nach der Entscheidung der PKK zur Selbstauflösung wurde behauptet, dass der MHP-Vorsitzende Devlet Bahçeli den im Gefängnis von Edirne inhaftierten Selahattin Demirtaş treffen werde. Es wurde behauptet, dass beim Justizministerium ein Antrag für dieses Treffen gestellt worden sei.
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Die Terrororganisation PKK kündigte am 11. Mai nach ihrem sogenannten Kongress vom 5. bis 7. Mai ihre Selbstauflösung an. Nach dieser historischen Erklärung kam ein neues Gerücht über den ehemaligen Ko-Vorsitzenden der HDP, Selahattin Demirtaş, eine der Symbolfiguren des Lösungsprozesses, auf. Es wurde behauptet, dass der MHP-Vorsitzende Devlet Bahçeli den in Edirne inhaftierten Demirtaş treffen werde.
Wie der Ankara-Nachrichtenredakteur von Sözcü TV, Serkan Alan, berichtete, wurde beim Justizministerium ein Antrag auf ein direktes Telefongespräch zwischen Demirtaş und Bahçeli gestellt. Er erklärte, dass das Gespräch technisch möglich sei, man jedoch auf eine politische Genehmigung warte.
'GESPRÄCHSANTRAG ÜBERMITTELT'
Nach Informationen von Alan wurde der Antrag von Selahattin Demirtaş auf ein Gespräch mit Bahçeli über seine Anwälte an die Leitung des Gefängnisses in Edirne übermittelt. Es wurde berichtet, dass man dem Treffen auch von Seiten Bahçelis positiv gegenüberstehe. Aufgrund der geltenden Gefängnisvorschriften ist jedoch eine offizielle Genehmigung des Justizministeriums erforderlich, damit ein solches Gespräch stattfinden kann.
Alan erklärte, dass weder die MHP noch die Anwälte von Demirtaş diesen Gesprächsversuch als Krise betrachteten, und sagte: "Nach dem offiziellen Antrag, der in den kommenden Tagen beim Ministerium eingereicht wird, könnte sich eine Grundlage für das Gespräch bilden."
KEINE FREILASSUNG
Alan sagte, dass das Gespräch keine unmittelbare Erwartung auf eine Freilassung aufwerfe, aber als erster Schritt einer möglichen politischen Transformation interpretiert werden könne. Er wies darauf hin, dass insbesondere im Rahmen des Justizpakets die Erwartung bestehe, dass einige Schritte für Symbolfiguren unternommen werden könnten.
Auf die Frage "Umfasst das neue Modell der Volksallianz auch die DEM-Partei?" antwortete Serkan Alan mit folgenden Einschätzungen:
“In diesem Prozess wird die Haltung der DEM-Partei entscheidend sein. Bisher gab es ein DEM-Profil, das lautstark Opposition betrieb. In der letzten Zeit sehen wir jedoch, dass sie es vorziehen, bei einigen Themen, insbesondere bei der Arbeit im Parlament, zu schweigen. Auch wenn dies nicht direkt als Allianz bezeichnet werden kann, wird möglicherweise eine neue politische Position eingenommen, um nicht mit dem Prozess zu kollidieren.”
Alan erinnerte zudem daran, dass dieser Ansatz dem Prozess des Beitritts der MHP zur Volksallianz nach 2015 ähnele; auch damals seien zunächst Einwände in den Ausschüssen geäußert worden, bevor dann gemeinsame politische Ansätze in den Vordergrund rückten.
SIGNAL FÜR VERFASSUNGSÄNDERUNG
Serkan Alan wies darauf hin, dass diese Entwicklungen auf einen größeren politischen Plan hindeuteten, und sagte, dass dies auf eine neue Allianzgrundlage bei den Diskussionen über eine Verfassungsänderung hindeuten könnte, die im Vorfeld der Wahlen 2028 wahrscheinlich auf die Tagesordnung kommen werden. Er kommentierte: "Es ist zu erwarten, dass die DEM-Partei nicht direkt der Volksallianz beitritt, aber eine Position einnimmt, die nicht mit dem Prozess kollidiert und ihn stellenweise unterstützt."