Neue Details im CHP-Parteitagsprozess: Große Widersprüche in Zeugenaussagen
Der Journalist İsmail Saymaz schrieb, dass ein Großteil der Zeugenaussagen im Prozess um den CHP-Parteitag unbestätigt und widersprüchlich sei. Saymaz betonte, dass die Anklageschrift auf Gerüchten basiere und mit Aussagen erstellt worden sei, die weit davon entfernt seien, als Beweismittel zu dienen.
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Halk-TV-Autor İsmail Saymaz schrieb, ein erheblicher Teil der Zeugenaussagen, die in die Akte des zum CHP-Parteitag eröffneten Verfahrens aufgenommen wurden, sei nicht bestätigt und widersprüchlich.
Saymaz bezeichnete das betreffende Verfahren in seiner heutigen Kolumne als „Komplottverfahren gegen die CHP“ und behauptete, die Anklageschrift sei weitgehend von Gerüchten und unbestätigten Informationen geprägt.
In seinem Beitrag erinnerte Saymaz daran, dass das Telefongespräch, das am Tag des Parteitags zwischen dem Oberbürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, und dem damaligen CHP-Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu geführt wurde, aufgezeichnet und den Medien zugespielt worden sei.
Er erklärte jedoch, dass es in diesem Gespräch keinerlei Verdacht auf Unregelmäßigkeiten gegeben habe und Kılıçdaroğlu dieses Gespräch sogar zuvor in einem Interview mit der Zeitung Sözcü ausdrücklich bestätigt habe.
DIE AUSSAGE VON LÜTFÜ SAVAŞ STIMMT NICHT MIT DER REALITÄT ÜBEREIN
Saymaz schrieb, auch der ehemalige Oberbürgermeister von Hatay, Lütfü Savaş, der in dem Verfahren als Zeuge auftritt, habe über ihn eine unzutreffende Aussage gemacht. Er erklärte, Savaş habe vor den Kommunalwahlen am 31. März um ein Gespräch gebeten und später gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt: „Saymaz sagte, Kılıçdaroğlu werde sich auf Anweisung İmamoğlus zurückziehen.“
Saymaz erklärte jedoch, er habe diese Information von dem Journalisten Altan Sancar erhalten, zur Bestätigung Kılıçdaroğlus Berater Bülent Kuşoğlu angerufen und, nachdem er von diesem die Antwort „Er hat sich zurückgezogen, er zieht sich zurück“ erhalten habe, diese Information sowohl in einer Live-Sendung bei Sözcü TV als auch in den sozialen Medien geteilt. Saymaz betonte, wenn die TV-Aufzeichnungen geprüft würden, werde sich zeigen, dass diese Behauptungen haltlos seien.
In seinem Beitrag wies Saymaz darauf hin, dass auch die Aussagen von Zeugen wie Tolgahan Erdoğan und Hasan Hüseyin Özyurt erhebliche Zweifel aufwürfen. Diese Personen hätten Behauptungen aufgestellt, ohne konkrete Beweise vorzulegen; dennoch hätten ihre Aussagen der Verfahrensakte Richtung gegeben.
Saymaz zufolge ist eine der auffälligsten Behauptungen Özyurts Aussage, wonach „über KİPTAŞ Wohnungen, Telefone und Einkaufskarten verteilt“ worden seien. Saymaz schrieb, diese Behauptungen würden durch keinerlei konkrete Dokumente gestützt, seien aber dennoch ernst genommen worden.
İsmail Saymaz erklärte, in der Anklageschrift seien lediglich die Aussagen von zwei Zeugen vergleichsweise konkreter. Die Zeugenaussagen aus Erzurum und Bitlis wirkten zwar ernster als die übrigen Zeugenaussagen, seien in ihrer derzeitigen Form jedoch nicht ausreichend bestätigt.