Weitere Anklageschrift gegen Ümit Özdağ erstellt: Rede vor 5 Jahren als Begründung angeführt
Gegen den im Gefängnis Silivri inhaftierten Vorsitzenden der Zafer Partisi, Ümit Özdağ, wurde aufgrund einer von ihm im Parlament abgehaltenen Pressekonferenz eine weitere Anklageschrift erstellt. Özdağ wird sich vor einem Schwurgericht verantworten müssen, wobei eine Freiheitsstrafe zwischen drei und sieben Jahren gefordert wird.
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Der Vorsitzende der Zafer Partisi, Ümit Özdağ, wird sich vor einem Schwurgericht verantworten müssen, da er am 26. Februar 2020 während seiner Zeit als Abgeordneter der 27. Legislaturperiode in einer Pressekonferenz im türkischen Parlament Erklärungen zur türkischen Militärpräsenz in Libyen abgegeben hatte.
Gegen Özdağ wird eine Freiheitsstrafe von drei bis sieben Jahren gefordert, da er die Identitäten von Angehörigen des Nationalen Nachrichtendienstes (MİT) preisgegeben haben soll.
VORWURF DER NAMENSNENNUNG VON 2 MİT-ANGEHÖRIGEN
Özdağ hatte in der besagten Presseerklärung erklärt: „Die türkische Armee ist 2.000 Kilometer entfernt in Libyen in einen arabischen Bürgerkrieg verwickelt worden.“ Dabei nannte er die Dienstgrade und Namen von zwei MİT-Angehörigen und gab bekannt, dass diese gefallen seien.
Nach dieser Erklärung wurde gemäß Artikel 27/2 des Gesetzes Nr. 2937 über staatliche Nachrichtendienste und den Nationalen Nachrichtendienst von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und eine Anklageschrift gegen Özdağ vorbereitet.
PARLAMENTARISCHE IMMUNITÄT AUFGEHOBEN
Wie aus einem Bericht der Zeitung Sabah hervorgeht, teilte die Generaldirektion für Strafangelegenheiten des Justizministeriums der Generalstaatsanwaltschaft Ankara mit, dass Özdağs Immunität aufgehoben sei, da er bei den Parlamentswahlen 2023 nicht erneut zum Abgeordneten gewählt wurde, und sprach sich für die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens aus.
In diesem Prozess wurde Özdağ am 14. Juni 2024 vernommen und eine Anklageschrift wegen „Verstoßes gegen das Gesetz über den Nationalen Nachrichtendienst“ erstellt.
Özdağ wird sich in den kommenden Tagen vor Gericht verantworten müssen, da ihm vorgeworfen wird, Identitätsdaten, Aufgaben und Aktivitäten von MİT-Angehörigen und deren Familien offengelegt zu haben.
Unabhängig von diesem Verfahren befindet sich Ümit Özdağ derzeit weiterhin in Haft. Er war im Rahmen eines von der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul eingeleiteten Ermittlungsverfahrens festgenommen worden, nachdem er am 19. Januar bei einem Treffen der Provinzvorsitzenden seiner Partei Erklärungen über Präsident Recep Tayyip Erdoğan abgegeben hatte. Er wurde wegen des Vorwurfs der „öffentlichen Aufstachelung zu Hass und Feindseligkeit“ inhaftiert und in das Gefängnis Silivri gebracht.