Generalmajor, der für die Entlassung der Leutnants stimmte, befördert: Generalleutnant, der sich dagegen aussprach, in den Ruhestand versetzt
Es gibt eine neue Entwicklung im Fall der Leutnants, die wegen des Rufs „Wir sind die Soldaten Mustafa Kemals“ bei der Abschlussfeier disziplinarisch bestraft wurden. Laut einem Bericht der 12punto-Autorin Müyesser Yıldız wurde der Generalmajor, der die Entlassung der Leutnants aus den türkischen Streitkräften (TSK) befürwortete, zum Stabschef des Heeres ernannt. Der Generalleutnant Tevfik Algan, der sich gegen diese Entscheidung ausgesprochen hatte, wurde hingegen seines Amtes enthoben und in den Ruhestand versetzt.
12punto
Die Debatte um die Kadetten, die bei der Abschlussfeier der Militärakademie wegen des Rufs „Wir sind die Soldaten Mustafa Kemals“ disziplinarisch bestraft und aus den türkischen Streitkräften (TSK) ausgeschlossen wurden, ist durch eine neue Ernennung wieder in den Fokus gerückt.
Der damalige Stabschef des Heeres, Generalleutnant Tevfik Algan, gehörte zu der Minderheit, die sich gegen die besagte Ausschlussentscheidung stellte und Einspruch erhob. Diese Haltung führte jedoch dazu, dass Algan von seinem Posten abberufen wurde.
ALGAN BEZEICHNETE DEN AUSSCHLUSS ALS ''RECHTSWIDRIG''
Der Ausschluss der Jahrgangsbesten der Militärakademie, Ebru Eroğlu, und ihrer vier Kameraden wurde nicht einstimmig, sondern mit einer Mehrheit von 5 zu 4 Stimmen beschlossen. Generalleutnant Tevfik Algan war einer derjenigen, die gegen diese Entscheidung stimmten und ein Sondervotum abgaben.
Im Sondervotum von Algan und den drei anderen Mitgliedern hieß es:
„Es gab keinen Befehl, der das Lesen des besagten Eids nach dem offiziellen Ende der Zeremonie untersagte, und der Inhalt steht nicht im Widerspruch zu Artikel 2 der Verfassung oder dem Gesetz über Militärakademien. Das Lesen des Eids, auch wenn es ungeplant geschah, schadet weder dem Ansehen der TSK noch dem des Staates. Aus diesem Grund halten wir die Entlassung des betreffenden Personals aus den Streitkräften für unangemessen. Aus Gründen der Gerechtigkeit schließen wir uns dieser Strafe nicht an.“
VOM POSTEN ABBERUFEN, GING IN DEN RUHESTAND
Algan, der sich gegen den Ausschluss ausgesprochen hatte, wurde kurz darauf von seinem Dienstposten abgezogen. Zunächst wurde Generalleutnant Algan zu einer Winterübung geschickt und anschließend dem Kommando der 3. Armee unterstellt. Nach diesen Entwicklungen reichte Algan seinen Antrag auf Pensionierung ein und verließ die TSK.
NACHFOLGER IST EIN GENERALMAJOR, DER FÜR DEN ''AUSSCHLUSS'' STIMMTE
Der 12punto-Autorin und erfahrenen Journalistin Müyesser Yıldız zufolge wurde anstelle von Generalleutnant Algan ein Generalmajor zum Stabschef des Heeres ernannt, der für den Ausschluss gestimmt hatte.