Großer Unmut gegen Kılıçdaroğlu in seiner Heimat

Nach einer umstrittenen Gerichtsentscheidung in der CHP hat Kemal Kılıçdaroğlu wieder den Vorsitz übernommen; doch in seiner Heimatprovinz Tunceli kritisieren Bürger, dass der Prozess durch die Justiz bestimmt wurde, und betonen, dass die Mitglieder und Delegierten über die Zukunft der Partei entscheiden sollten.

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Die erneute Ernennung von Kemal Kılıçdaroğlu zum Parteivorsitzenden nach dem Urteil zur „absoluten Nichtigkeit“ in der Cumhuriyet Halk Partisi hat in Tunceli für unterschiedliche Reaktionen gesorgt. Bürger, die im Stadtzentrum und in den Landkreisen befragt wurden, erklärten, dass sie dagegen seien, demokratische Prozesse durch Gerichtsbeschlüsse zu gestalten. Viele Einwohner von Tunceli betonten die Notwendigkeit, parteiinterne Angelegenheiten durch den Willen der Basis zu lösen.

Ein Einwohner von Tunceli äußerte sein Unbehagen zu diesem Thema mit den Worten: „Der Vorsitzende einer Partei wird nicht durch einen Gerichtsbeschluss bestimmt. Es sollte das gelten, was die Delegierten sagen. Diese Situation schadet sowohl der CHP als auch der Demokratie.“

In den in der Stadt geführten Interviews vertraten Bürger unterschiedlicher Altersgruppen und Berufe die Ansicht, dass Parteikrisen durch die Entscheidungen der CHP-Mitglieder und Delegierten statt durch Justizbehörden gelöst werden sollten. Ein Bürger namens Cem Tekin erklärte, dass das Vertrauen in Politik und Justiz in der Gesellschaft stark erschüttert sei, und bewertete die Lage wie folgt: „Die Menschen in der Türkei haben ohnehin ernsthafte Probleme mit dem Vertrauen in die Justiz und die Politik. Jetzt werden sogar die internen Angelegenheiten der Parteien über die Justiz diskutiert.“

Auch die junge Wählerschaft kritisierte die Vorgänge in der Partei und wies darauf hin, dass die Erwartung eines Führungswechsels durch die Gerichtsentscheidung ausgebremst wurde. Arzu Dabak, eine Studentin an der Universität Dersim, sagte: „An der Basis der CHP gab es schon lange den Wunsch nach Veränderung. Jeder Schritt, der diese Erwartung ignoriert, bringt die Partei nur weiter zurück. Gerichte sollten nicht an die Stelle der Politik treten. Der Wille des Volkes muss akzeptiert werden.“

Ein weiteres Thema in der Stadt ist die sich stetig verschärfende wirtschaftliche Not. Die Bürger sind verärgert darüber, dass politische Machtkämpfe die eigentlichen Probleme der Gesellschaft in den Schatten stellen. Der Rentner Hıdır Taş erklärte, dass die Priorität der CHP nicht auf parteiinternen juristischen Prozessen, sondern auf den wirtschaftlichen Problemen der Bevölkerung liegen sollte, und sagte: „Die Menschen kämpfen ums Überleben. Sie können nicht auf den Markt gehen, können die Miete nicht bezahlen. Was die CHP diskutieren sollte, sind nicht Gerichtsbeschlüsse, sondern die Probleme der Menschen.“