Hintergründe zu den AKP-Abgeordneten, die bei der Abstimmung zum Rahmengesetz fehlten: Ein bemerkenswertes Erdoğan-Detail...

Es fiel auf, dass 8 Abgeordnete der AKP nicht an der Abstimmung über das Rahmengesetz teilnahmen. In politischen Kreisen wird behauptet, dass insbesondere die Nichtabgabe einer „Ja“-Stimme durch die Abgeordneten mit nationalistischem Hintergrund, Yıldırım Tuğrul Türkeş, Ahmet Ersagun Yücel und Kürşad Zorlu, mit Wissen der Parteiführung und mit Zustimmung des AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan erfolgte. Diese Methode wird als „kontrollierter Abfall“ bewertet, der angewandt wurde, um mögliche Reaktionen aus der nationalistischen Wählerbasis zu begrenzen.

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Bei der Abstimmung im türkischen Parlament (TBMM) über das als „Rahmengesetz“ bekannte Regelwerk, das im Rahmen des zweiten sogenannten „Lösungsprozesses“ für ein terrorfreies Türkiye vorbereitet wurde, fielen einige Abwesenheiten in den Reihen der AKP in politischen Kreisen auf.

Wie die Zeitung Cumhuriyet berichtet, soll die Nichtteilnahme einiger Abgeordneter mit nationalistischem Hintergrund an der Abstimmung mit Wissen der Parteiführung und mit Zustimmung des AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan erfolgt sein.

Es wurde festgestellt, dass Tahir Akyürek, Lütfi Bayraktar, Sami Çakır, İsmail Emrah Karayel, Bülent Tüfenkci, Yıldırım Tuğrul Türkeş, Ahmet Ersagun Yücel und Kürşad Zorlu aus der AKP-Fraktion nicht an der Abstimmung teilnahmen. Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş nahm nicht an der Abstimmung teil, da er die Sitzung leitete.

In den politischen Kulissen stehen insbesondere drei Namen im Fokus: Yıldırım Tuğrul Türkeş, der Sohn des MHP-Gründers Alparslan Türkeş, sowie Ahmet Ersagun Yücel und Kürşad Zorlu, die sich von der İYİ-Partei trennten und der AKP beitraten. Es wird eingeschätzt, dass die Nichtteilnahme dieser Personen an der Abstimmung keine persönliche Entscheidung war, sondern eine Haltung, deren politische Konsequenzen kalkuliert wurden.

PARTEIDISZIPLIN UND WÄHLERKALKÜL

Den erhaltenen Informationen zufolge wurde der Parteiführung vor der Abstimmung mitgeteilt, dass eine „Ja“-Stimme der drei Abgeordneten zu dem Regelwerk bei nationalistischen Wählern auf Ablehnung stoßen könnte. Insbesondere bei Yücel und Zorlu wird darauf hingewiesen, dass sie aufgrund ihres Wechsels von der İYİ-Partei zur AKP einschätzten, dass die Wählerbasis, die sich mit ihnen bewegt, dem Prozess distanziert gegenübersteht.

Der Fall von Türkeş wird aufgrund seines symbolischen Gewichts gesondert betrachtet. Es wurde die Ansicht vertreten, dass eine offene Unterstützung des Regelwerks durch Türkeş – sowohl aufgrund seines politischen Erbes als auch aufgrund der von ihm zuvor geäußerten Einwände gegen den Prozess – in der nationalistischen Öffentlichkeit eine noch stärkere Reaktion hätte hervorrufen können.

Aus diesem Grund wurde die Formel der Nichtteilnahme an der Abstimmung anstelle einer Nein-Stimme gewählt, wodurch verhindert wurde, dass die betreffenden Abgeordneten direkt mit der AKP-Fraktion konfrontiert wurden. Gleichzeitig wird angemerkt, dass damit das Ziel verfolgt wurde, der nationalistischen Basis die Botschaft zu vermitteln, dass sie „nicht für das Gesetz gestimmt haben“.

In AKP-Kreisen wird diese Methode als Teil der zweigleisigen Strategie interpretiert, die die Regierung während des Rahmengesetz-Prozesses verfolgte. Demnach versuchte die Parteiführung einerseits, die notwendige Unterstützung für die Verabschiedung des Regelwerks im Parlament aufrechtzuerhalten, und andererseits die Reaktionen der nationalistischen Wähler zu begrenzen.

Es wird eingeschätzt, dass diese Haltung in der kommenden Zeit insbesondere von Türkeş, Yücel und Zorlu in ihren Erklärungen gegenüber ihren eigenen Wählern mit dem Narrativ „Wir haben nicht für das Gesetz gestimmt“ genutzt werden könnte. In den Kulissen wird dies weniger als ein unabhängiger Einwand gegen das Gesetz, sondern vielmehr als ein „kontrollierter Abfall“ zur Wahrung des politischen Gleichgewichts gesehen.